Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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eine sehr wichtige Kulturpflanze werden wird. Ob man sie auch oben im Ge­birge mit finanziellem Erfolg wird bauen können, ist abzuwarten. Man erhält von dieser Art allerdings nicht in so kurzer Zeit wie bei Manihot ein Resultat, aber man hat den Vorteil, einen sehr guten Kautschuk zu bekommen, der auch bei dem eventuellen Fallen der Gesamtpreise für Kautschuk mit den besten Sorten wird konkurrieren können und der weniger leicht von einer Preis­verschlechterung beeinflußt werden wird, als der geringere Maniho /-Kautschuk. Die hier wildwachsende Kickxia Schefflcri K. Sch. gibt kein brauchbares Produkt.

6. Ich erwähnte oben schon, daß eine Kultur von Lianen zur Gewinnung von Kautschuk mir nicht sehr aussichtsvoll zu sein scheint. Es ist das auch zu umständlich, weil man Stützbäume mit ziehen muß. In Frage können höchstens die mehr buschartig wachsenden Landolp hia H ende lotti A. D C. von West­afrika und die L. dondecnsis Busse aus dem Dondelande kommen. Auf einer Mission bei Langenburg ist die Kultur von L. Stolzii Busse versucht worden, das Resultat bleibt abzuwarten. Ich glaube nicht, daß sie vor 7 bis 8 Jahren auszubeuten sind, und der Kautschuk dieser Art scheint nicht so gut wie der von anderen Arten dieser Gattung zu sein. Herr Dr. Eduard off schreibt mir, daß bei Langenburg die älteren Exemplare dieser Pflanze einen guten, die jüngeren einen schlechteren Kautschuk lieferten. Wir haben alle diese Arten in Amani auch nach Clitandra kilimandj arica Warb.. Cryptostegia grandiflora RBr. (Palay-Kautschuk) und einige noch unbestimmte von Madagaskar.

Außerdem werden versuchsweise in Amani kultiviert Ficus altissima Blume, F. indica L.. F. religivia L.. Ficus Schlechteri Warb., Ficus Vogclii (der » abba « der Goldküste) Marsdenia verrucosa De.. Euphorbia clast?ca und einige noch unbestimmte Euphorbien von Madagaskar. Die An­zucht von Part he nt um ar genta tum A. Gray, der Stammpflanze des Gua- yule-Kautschuks, ist nicht gelungen, ebensowenig die Überführung der brasi­lianischen Kautschukmisteln.

7. In größerer Anzahl aber besitzt das B. L. Institut Flevea brasiliensis Müll. Arg., die im Sigital jetzt 47 Meter hoch sind und sich an warmen, geschützten Plätzen gut entwickeln. Eine Anzahl der Pflanzen sind von Berlin gesandt, viele hier auch aus Ceylon-Saat gezogen. Diese Saat kam am besten in kleinen Kistchen mit Cocosmulm hier an, in Ermangelung an Torfmulm eines der besten Verpackungsmitteln für Samen usw. Man reibt die Cocos-Fasern und benützt den herausfallenden Mulm, der ziemlich antiseptisch ist.

Flevea zeigt ein schnelles und gutes Wachstum. An Stellen mit gutem Boden, Windschutz und feuchtem Klima wird sie ein wertvoller Baum auch bei uns werden. Leider sind diese Plätze bei uns nicht so ausgedehnt, als daß die Kultui dieser Pflanze hier eine so große Rolle wie in Ceylon und Hinterindien spielen kann. Immeihin aber ist sie für günstig gelegene Pflanzungen sehr zv