Baumes gewesen sein, die wir erhielten. Dann hat das Biologisch - Landwirtschaftliche Institut vor einigen Jahren junge Pflanzen von Berlin erhalten, die noch nicht zapfreif sind, und später hat es aus Samen von Sumatra, die von besonders guten Bäumen stammen sollten, selbst Sämlinge gezogen und davon auch eine Menge verteilt. Es ist zu hoffen, daß diese Bäume einen besseren Kautschuk liefern werden als die früheren. Möglich ist es auch, daß diese Pflanze in der Zukunft noch einmal eine ökonomische Rolle für die Kolonie spielen wird. Am besten aber wird man Stecklinge von notorisch guten Bäumen aus Sumatra importieren. Sehr hoch bewertet wird aber der Ficus-Kautschuk nirgends.
4. Ähnlich ging es uns mit den Kautschukbäumen aus Zentralamerika, der dort ule genannten Castilloa clastica Cerv. Samen, die aus Paris von einer renommierten Handlung bezogen waren, keimten in Daressalam ausgezeichnet; die Pflanzen wuchsen rasch und gaben schon in wenig Jahren Samen, aus denen in Amani eine Menge Pflanzen herangezogen wurden. Die chemische Untersuchung des daraus in Daressalam und Amani gewonnenen Kautschuks hat aber ergeben, daß er sehr minderwertig ist. Man kann demnach diese Pflanzen durchaus nicht zur Nachzucht empfehlen. Auch eine alte, in den 90er Jahren von Berlin bezogen, durch Herrn Winter von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in deren Garten in Tanga gezogene Pflanze gab kein viel besseres Resultat. Man muß neue Akklimatisationsversuche abwarten, um zu sehen, ob die Pflanze im hiesigen Klima immer schlechteren Kautschuk als bei sich zu Hause gibt, oder ob wir nur schlechte Rassen hatten. Die ganz großblättrigen Sorten sollen die besten sein. Die Castilloa scheint außerdem unter einem Bohrkäfer zu leiden, in Kamerun wurden die Bäume wenigstens durch eine Käferart zerstört, die wir hier auch gefunden haben und die wahrscheinlich die Pflanzen auch bei uns angreifen wird, wenn die Kultur sich ausdehnt.
5. Daß Kickxia (F untumia) e lastica Prcuss. in den Wäldern von Uganda wild wächst, wurde oben erwähnt. In Amani sind aus den von Uganda bezogenen Samen Mengen von Bäumen gezogen, die gut wuchsen, im Tale besser als in der Höhe. Die ersten winzigen Pflanzen kamen (aus Kamerun-Saat gezogen) 1902 von Berlin. Diese haben 1907, nachdem sie vor 4 3 / 4 Jahren hierher verpflanzt und in 850 m Höhe 7 m hoch geworden waren, einen Kautschuk von vorzüglicher Qualität gegeben. Man kann ihn allerdings nicht wie bei Manihot an dem mit Säure bestrichenen Stamme koagulieren, sondern muß die Milch in Becherchen oder dergleichen auffangen und später zu Hause weiter behandeln. In der Folge sind dann auch noch aus Saat von Uganda hier Mengen von Pflänzchen gezogen worden. Die ältesten Berliner Pflanzen haben 1906 die ersten Samen gegeben, von denen etwa 40000 an hiesige Interessenten verteilt werden konnten. Die Samen scheinen im Januar—Februar hier zu reifen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist es wahrscheinlich, daß Kickxia clastica in nicht zu hohen Lagen mit gutem Boden und leidlich hohen Regenfällen hier