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Die erste Sorte scheint sich einstweilen in Deutsch-Ostafrika am besten zu entwickeln, sie wächst in ihrer Heimat in der »Bergcatinga« und besonders auf lehmigem Boden. Ihre Samen sind sehr groß und länglich.
Die Arten werden von Dr. Ule sehr empfohlen, es sind bei uns auf allen Pflanzungen Samen verteilt und junge Pflanzen vorhanden. Übei die Resultate mit denselben wird man erst etwa 1909/1° die ersten Itrfahrungen sammeln können.
Vor einigen Jahren sind noch zwei andere Arten als Manihot violacca Müll.-Arg. und M. yaniphoidcs Müll.-Arg. beschrieben, die ebenfalls Kautschuk liefern sollen.
In den Pflanzungen machen die Wildschweine oft einen bösen Schaden. Doch kann man durch Vergiftung mit Arsenik die Tiere auf lange Zeit vertreiben, ein Verfahren, das ich angab (Pflanzer I., S. 225), das sich auch in Mohorro brillant bewährte, das aber noch viel zu wenig befolgt wird. Die Wurzelkrankheit, verursacht durch einen Pilz, der zuerst die Wurzeln befällt, scheint nur im feuchteren Gebirge aufzutreten, wohl durch zu viel Bodenfeuchtigkeit und harten Boden begünstigt. Sie ist in der Ebene selten. Auch im Kongostaat etc. ward die Krankheit beobachtet.
In Madagaskar scheint man nach Oehlerking (Tropenpflanzer 1907, S. 244) die Kultur aufgegeben zu haben. Vielleicht liegt es dort, wie früher auch bei uns, nur an mangelhafter Zapfmethode. Bei Inhambane sollen gute Pflanzungen sein. Auch in Brittisch-Ostafrika beginnt man mit der Kultur, aber nicht im Entferntesten so umfangreich wie bei uns.
3. Ficus elastica Roxb., von Roxburgh entdeckt, indem ihm aus Shylet ein Korb mit Honig geschickt wurde, der mit dem Safte dieser Pflanze gedichtet war. Es ist eine Pflanze, die uns zu Hause als Gummibaum aus dem Zimmer bekannt ist, und die ihre Heimat in Hinterindien und dem ganzen indomalayischen Archipel hat, sie ist auch in Ostafrika verschiedentlich in Kultur genommen; ich bin überzeugt, daß auch Sir John Kirk sie schon in den 70er Jahren auf seiner Anlage südlich der Stadt Zanzibar hatte. Im Februar 1892 machte ein Erlaß des Auswärtigen Amtes besonders auf diese Pflanze aufmerksam, und im März desselben Jahres bat der Gouverneur Frhr. v. Soden um Zusendung derselben. Der botanische Garten in Berlin hat dann Pflanzen nach Daressalam und Tanga gesandt. In Daressalam wurden sie bei dem Hause des Gouverneurs untergebracht; der älteste Baum, von dem die Stecklinge nachher genommen wurden, steht dort neben dem Stallgebäude des Gouverneurs. In Tanga ist es wahrscheinlich das Exemplar bei dem Hotel Deutscher Kaiser, vielleicht auch eins im Garten der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Von diesen Bäumen sind zuerst alle Stecklinge genommen, die in Ostafrika stehen. Leider hat sich später, als die Bäume zapfreif waren, herausgestellt, daß ihr Kautschuk von schlechter Qualität war, die aus Daressalam mit allen ihren Abkömmlingen noch viel schlechter als die von Tanga. Es muß eine schlechte Rasse des