Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
632
Einzelbild herunterladen
 

632

Preis Aug./Sept. Mittl. Waschverlust 1906 pro Kilo

Portugiesisch-Ostafrika |

Mosambik-Lorenzo t 4,009,90

Marquez I

Assam, v. Ficus elastica 3,80-10,70 Java v. Ficus elastica 8,0010,00

Nach Dr. Schellmanns Analysen in Kautschuksusbtanz

Hevea br. (auswärtiger) Castilloa (D. e. S.) Ficus elast. (D. e. S.) Manihot Gl. (D.-O.-A.)

(amerikan.)

Mascarenhasia Land. Kirkii D aw ei Stolsii Clitandra Orient. Kickxia Cryptostegia

94,9295,32 42,4966,63 50,8559.26

55,5580,88

63,1181,97 66,4692,26 74,8288,30 79,°3 69,93 87,79

85,5390,81

82,64

1020

1535

Amani.

Waschverlust 0,56 0,88 9,3 115,57 1,16 5,08 10,8033,52 8,8326,48 1,7426,34

3,7617,99 5,82 20,25 1,04

1,075,50

Harzgehalt

3,6 - 6,8

n,3

Harze

3,51 4,42 15,7345,22 36,4742,41

4,57 8,57 4,74 6,85 4,65 6,56 4,67 6,93 8,68 7,34 7,7i

7,498,60 14,07

b. Kautschuk von den in Ostafrika wildwachsenden Pflanzen.

Kautschuk spielt im Handel von Ostafrika jetzt eine große Rolle, er ist mit Elfenbein, Wachs und einigen anderen das teuerste hiesige Produkt und ge­langt in ziemlich bedeutenden Mengen zur Ausfuhr, die in den Statistiken einen hervorragenden Posten ausmachen. Entsprechend dem Umstand, daß früher dieser Stoff überhaupt wenig im Handel beachtet wurde, taucht er natürlich auch in Ostafrika erst im vorigen Jahrhundert auf. Der erste der darüber be­richtet, ist der englische Schiffsleutnant J. J. Reitz, der während der kurzen Okkupation der Engländer Anfang 1824 in Mombassa als Kommandant gelassen war und der seinen Instruktionen gemäß, sich über das Land zu informieren, eine Reise bis Tangata machte. In den ersten Tagen des Mai 1824 war er auf der Insel Tanga, wo damals noch die Ansiedelung der Eingeborenen lag, und fand dort Kinder mit elastischen Ausflüssen aus einer Liane spielen, indem sie durch Aufblasen einen kleinen Ballon daraus herstellten, der zum Platzen ge­bracht, knallte (Lyne, S. 25, 254). Krapf, der sein Material in den 4oiger Jahren sammelte, dessen Lexikon aber erst 1882 erschien, schreibt aus Mom­bassa (S. 242), daß die Milch (utomfu) der mtoria genannten Pflanze (Landol- phia) gekocht und mit Menschenhaar gemischt wurde. Hierdurch erhielten die Swahilikinder die mipira, eine Sorte von Bällen, mit denen sie spielten,