Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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nannter Baum nebst Zedern und Tannen am Libanon gewachsen sein. Almuggim und algummim werden an Parallelstellen ausgewechselt (vgl. i. König io, n- 12; 2. Chron. 9, io. n). Wir wissen einstweilen nicht, was almuggim war, vielleicht Sandei, Teak, oder ganz etwas anderes; wir wissen ebensowenig, ob das zum Bauen dienende almuggim und das zur Herstellung von Lanzenschäften benützte sahi identisch war, das wohl aus dem in assyrischen Keilinschriften ^

erwähnten Ort Uäun kam. Und es ist nicht wahrscheinlich, daß das jetzt 2 Jahr­tausende später in China bekannte su-ho-Warz vom almuggim-Baum stammt.

Oppert (Z. f. Ethnol. 1903, S. 221) übersetzt wie die meisten Autoren das almuggim mit »rotes Sandelholz«.

Ich habe nicht gehört, daß »flüssiger« Storax von Bombay nach Zanzibar gebracht wird, ausgeschlossen ist das aber nicht.

Die Indier sollen ihn siläras, meih-sila, nägorigona, silha, salajct, im Sanscrit silaka, die Araber miah-sayelah, usteruk, meati-luban, salajct, mcah, die Perser meih-sila, aslc-lubni nennen. In Vielen diesen Worten kommt das sila vor. Es wäre zu untersuchen, ob dies dieselbe Bezeichnung für Nord-China ist, die wir beim Zimmt näher kennen lernten; dann würde es aber hier heißen »für China« und nicht »von China«. Scheinbar stammen die indischen Namen aus dem Arabischen.

12. Styrax Benzoin Dry.

Das Harz dieses Baumes aus Siam, Java und besonders Sumatra ist als Benzoe bekannt und gelangt bisweilen vom Bombay aus in kleinen Mengen zu Räucherzwecken nach Zanzibar.

In ägyptischen Mumien ist Benzoesäure nachgewiesen, die aber nicht aus dem Benzoeharz zu stammen braucht, denn sie kommt in manchen Harzen vor und kann jetzt sogar künstlich (aus Hippursäure oder aus Toluol z. B.) her­gestellt werden. Es ist also wohl kaum erwiesen, daß die Ägypter das Harz gekannt haben; ebenso unwahrscheinlich ist die Bekanntschaft der klassischen Völker mit der Benzoe. Sie scheint vielmehr von den Arabern auf ihren Handelzügen im Sunda-Archipel gefunden zu sein, wo sie vielleicht bei den Einheimischen schon bekannt war. Die Araber haben sie dann lubanjawa (»Weihrauch aus Java«) genannt, indem mit »Java« von ihnen auch Sumatra bezeichnet wurde, und aus diesem Wort soll angeblich banjawi, beijoin, bcnzni, benzo'e gemacht worden sein (Flückiger)*), die Engländer nennen den Stoff sogar bisweilen benjamtn. Erst im 15. Jahrhundert wurde das Harz in Europa bekannt.

Die Araber sollen das Harz luban (Weihrauch), hasi-luban, die Perser hasi- ul-jawa nennen, im Sanscrit soll es dev ad" hup a, heute in Indien luban-ud, im

*) Man findet auch die Angabe, daß das Harz nach dem französchen Botaniker Ben- zon benannt sei, was aber wohl unwahrscheinlich.