Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
577
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XIX. Pflanzen, welche Harze liefern.

1. Aquilaria Agallocha Roxb.

ist ein großer zur Famlilie der Thymclaceen gehöriger Baum, der das Aloe- Holz oder kalambak liefert. Im Altertum war dies eine der gesuchtesten Räucher­substanzen und spielt als solche heute noch im Orient eine bedeutende Rolle.

Wir hören, daß die Königin Rama-ka (Makara, Hataäu, Haschops, Hatschepsu) von Ägypten um 1700 v. Chr. aus dem Lande To-Nuter, wahr­scheinlich etwa dem heutigen Somaliland, unter anderen Produkten auch Aloe- Holz holen ließ (Flückiger, S. 49). Bei Schumann (Zimmtländer) finde ich aber dies Produkt nicht aufgezählt. Es soll das ahel, ahelim, ahilot des alten Testaments, das alo'es, agallochon der Griechen sein. Aus diesem Wort haben wahrscheinlich die arabisch-persischen Autoren aghalukhi gemacht.

Lange war die Herkunft dieses Holzes unbekannt, erst Loureiro beschrieb recht ungenau einen Baum unter dem Namen Aloexylon Agallochum, den man später als zu den Leguminosen gehörig vermutete, dessen Namen heute aber aufgelassen ist. Roxburg fand, daß der von ihm Aquillaria Agallocha genannte Baum den bei weitem größten Teil des Holzes noch heute liefert, und zwar in Hinterindien in den Landschaften Shylet, Chittagong, den Mergui-Inseln; daneben kommt er noch im östlichen Himalaya, Bhotan, Assam, Khassia vor. Uber die nahe verwandte A. malaccensis Lam. von Malakka und von den Malayischen Inseln, sowie einige Arten in China, den Philippinen, Borneo und Neuguinea vergl. Gilg, Bot. Jahrbuch Bd. 28 S. 145.

Von dem sonst hellen und leichten Holz des Baumes sind kleine Teile von einem sehr aromatischen Harz durchtränkt, wahrscheinlich infolge eines krankhaften Vorganges. Sie werden dadurch dunkel und sehr schwer. Diese werden nach dem Fällen der Bäume, denen man äußerlich nichts ansehen kann, herausgeschniten und in unregelmäßigen Stücken auf den Markt gebracht. Im Mittelalter war dies Holz auch in Europa recht gesucht, ist dort aber jetzt wohl ganz verschwunden, während in China, Indien und Arabien noch ein ausgedehnter Gebrauch desselben stattfindet.

Stuhl mann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika.

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