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Jer. VI. 22). Möglich ist — wie ich anderswo erwähnte —, daß man auch den Ausfluß dieses Baumes und vielleicht der Zedern libonoth. lebonah nannte und den Ausdruck in späterer Zeit auch auf den Weihrauch übertrug.
Im Mittelalter war der Balsamgarten bei Matarea (dem alten Heliopolis) sehr berühmt, wo die Ausbeutung der 400— 5 00 Bäumchen ein Monopol des Sultans war (vgl. Heyd, Levantehandel II. 566). Wahrscheinlich stammten diese Bäume Palästinas und Ägyptens aus Arabien, von Mekka aus wurden sie auch gelegentlich ergänzt.
Die Alten kannten auch Balsamholz (xylobalsamtim) und Balsamfrüchte (carp ob als avium), ähnlich wie nach Dragendorff heute die Frucht hab-i-balisav, das Holz ud-i-balisan in Indien und Turkestan heißt. Es ist aber wohl zweifelhaft, ob diese Handelswaren von demselben Baum stammen.
Zusammen mit Olivenöl wird dieser »Balsam von Matarea« für das Chrysma- Salböl verwandt, das bei der Firmelung, Weihung von Bischöfen, Kirchen usw. zu benützen ist. Durch eine Bulle vom 2. August 1571 ist jedoch gestattet, anstatt dieses schwer zu beschaffenden auch den Perubalsam hierfür anzuwenden.
Die katholische Kirche hat ohne Zweifel die Anwendung des Balsams bei Kultushandlungen von den orientalischen Riten übernommen. Es wird also auch wohl das Salböl des Hohenpriesters nicht mit Myrrhe, sondern mit diesem Balsam versetzt sein, den man ja heute in Arabien noch mor nennt.
In Europa wohl kaum noch verwandt — Caesar & Loretz führen ihn nicht auf — ist der Mekka-Balsam im Orient, Ägypten usw. noch eine sehr gesuchte Medizin (wundheilend, schweiß- und harntreibend, gegen Skorpionstiche). In alter Zeit ist er in Palästina, seit dem 11. Jahrhundert in Ägypten angebaut worden.
In Zanzibar heißt er nach Sacleux hal-bilsan und wird dorthin offenbar in geringen Mengen gebracht.
7 . Dorema ammoniacum Don.,
eine Umbellifere aus Persien, Armenien, Beludschistan, dem Gebiet zwischen den westasiatischen Salzseen und Nordindien weit verbreitet, liefert das seit dem Altertum bekannte Ammoniak-Harz das jetzt in Westasien vielfach gesammelt wird; jedoch scheint es nur vom persischen Golf nach Bombay und von da weiter zur Ausfuhr zu gelangen, (s. auch Borszczow S. 27.)
Das Ammoniak-Harz des Dioscorides und Plinius wurde in Lybien in der Nähe des Tempels vom Jupiter Ammon gewonnen (Flückiger), stammte also vielleicht von einer anderen Pflanze ab, (siehe unten). Aber man hat guten Grund anzunehmen, daß die in der »alexandrinischen« Zolltafel als aronia ivdicum erwähnte Drogue dies Harz war, und aroma führt auch der Periplus auf; es ist demnach wahrscheinlich, daß es schon im Altertum auch aus dem Osten in die Mittelmeerländer gebracht wurde. Vom 10. Jahrhundert an erwähnen die arabisch-persischen Autoren es unter dem heute noch in Persien gebräuchlichen