6o6
Soldaten labten Christus mit Wein und Myrrhen, und diese ward von Nicodemus angebracht zum Hinbalsamiercn seines Körpers.
Die (iriechen und Römer kannten eine Menge Sorten dieser Drogue, vielleicht waren es einfache Handelsbezeichnungen, vielleicht auch Namen für Produkte verschiedener Bäume. Wie oben erwähnt, kannte man eine afrikanische (troglodytische) Myrrhe und solche aus der regio smyrnofera exterior und interior, von Muza (Mokka), Aualites (dem heutigen Zeila oder Obok?), Malao (dem heutigen Berbern?), sowie Mosyllon (heute Räs-el-Ado, Hadadeh).
Das Kinsammeln der Spezereien scheint im alten Arabien als eine Art von Kultushandlung gegolten zu haben, bei der Frauen nicht mitwirken durften (Sprenger, S. 219). Der Handel damit wurde von den Anwohnern der Südküste des Roten Meeres, teils vielleicht auch des persischen Golfes monopolisiert, die daraus grobe Verdienste zogen. Man brachte die Droguen zu Schiff in die Nordhäfen des Roten Meeres, vielfach aber auch zu Land, die »Weihrauchstrabe« entlang, meist nach Gaza.
Mit dom Aufhören der alten Kultusformen nahm auch das Interesse für diesen Droguen ab, Myrrhe wurde immer weniger gebraucht, der Weihrauch aber weiter benutzt, da die katholische Kirche ihn nötig hatte.
Wie grob der Konsum jetzt ist, habe ich nicht feststellen können, Gehe & Co. schätzen für 1875/76 die Menge auf 73 100 Kilo.
In Deutschland kostet der Doppelzentner bei Caesar & Loretz 1907 ca. 300 Mark.
(tUUhMyrr/i ist in London bei Lewis & Peat im Oktober 1907 notiert: picked, fair to fine pale .... A 5 bis V 6 pro ctw.
Aden sorts, middling to g'ood 65—80 sh pro ctw.
6, Commiphora Opobalsamum (C.) Engl.
ist die Stammpflanze des Mekkabalsam, ein kleiner Strauch mit papiergelber, helUederfarbener Rinde, er scheidet aus den Zweigspitzen den hellgrünen Balsam ab. Der Strauch wächst im südwestlichen Arabien und dem Somaliland.
kr heißt in \ emen bcs/üim. bei den Bedscha (Beja) »tajök. ajökt. bei den Somali Nassem.
Schweinfurth glaubt, dab der Balsam meist durch Auskochen der Zweige gewonnen wird.
Der Balsam heißt bei den Arabern mar, balassan. in Yemen bas/ian 'baSani. arab, Ms»n bei den Indiern baläsau. ba/asandadcl. nach Watt bei den Arabern auch duk-mldtalasan, bei den Persern rohgam-balasän.
Von diesem Wort kommt auch unser Wort Balsam, der Ba/samou der Alten war wohl derselbe, der heute Mekka-Balsam, ba/samum Judaicum, b. gilca demt ajtibalsanmmi genannt wird.
In Palästina wurde C. Op&baIsamutu bei Jericho angebaut (Jes. IX. 6,