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die Rinde ist gerbstofrhaltig. In Mombo aus indischer Saat gezogene Pflanzen hatten aber Rinde von nur 10,69% Gerbstoff, waren also zu diesem Zweck nicht verwendbar. Neuerdings erhielt das B. L. I. von den Marianen-Inseln (aus Saipan) Samen von einer Varietät dieses Baumes, deren Rinde sehr gerbstoffhaltig sein soll und mit der nun Anbauversuche gemacht werden, deren Abschluß aber noch einige Jahre dauern wird.
6. Rhizophora mucronata Lam.
und Bruguiera gymnorhiza Lam. sind die beiden Bäume der hiesigen Mangroven-Formation,*) deren Rinde zu Gerbzwecken verwandt wird. Daneben kommen mit etwa gleichem Gerbstoffgehalt Ccriops Candollcana Am. und Xy locarpus Gr an a tum Koen. in Betracht. Die bedeutend weniger Gerbstoff enthaltende Rhizophora Mangle (ca. 20%) kommt nur im Gebiet des Atlantischen Ozeans vor. Die hier noch in der Mangrovenregion wachsenden Sonneratia caseolaris L. (milana , mkoko-mpia der Swahili**)), H eriticra litoralis Dyrand, (sikundazi). Lumnitzcra raccmosa Willd. (mshandi) und Avicennia officinalis L. (mchuu) kommen ihres geringen Gerbstoffge haltes wegen nicht in Frage (15—20%).
R. mucronata (mkaka, mkoko) hat hohe Stelzwurzeln, und wächst im Überschwemmungsgebiet der Meeresflut, Bruguiera gymnorhiza (mzimzi. mshinzi) hat in großem Umkreis um den Baum aus der Erde kommende Atemwurzeln, und zeigt einen gedrehten Wuchs des Stammes, Ceriops (mkandaa) treibt oben abgerundete klotzartige Luftwurzeln, Xy locarpus (Carapa) (mkomavi) hat keine besonderen Wurzeln, ihre Früchte gleichen großen, holzigen Äpfeln, in denen große, unregelmäßig geformte Samen, die sich gegenseitig flachdrücken, eingeschachtelt liegen, während die andern Arten kleine Früchte haben, aus denen schon am Baume ein nach den Arten verschieden gestalteter, langer Keim herauskommt.
Diese verschiedenen Bäume wachsen zusammen in einer Zone am Meeresstrand, die von Creeks durchsetzt ist, wo Flüsse einmünden, und wohin täglich, oder doch wenigstens zweimal im Monat, bei Hochflut das Meerwasser gelangt; der Boden besteht in diesen Regionen aus einem tiefen, zähen, salzigen Schlamm.
Große Mangrovengebiete haben wir südlich von Mikindani an der Ruvuma- Mündung, im Bezirk Lindi, ein sehr großes von ca. 15 700 Hektar an der Rufiji- Mündung, kleine am Kingani und Wami, und wiederum ein großes nördlich von Tanga.
*) Uber den Ursprung des Namens »Mangrove« vergleiche Yule u. Burneil S. 557. Das englische Wort mangrove stammt entweder vom malayischen manggi-manggi, wahrscheinlich aber von mangle, einer südamerikanischen Benennung dieser Pflanzensorten, woraus die Franzosen manglier, die Engländer tnangle-grove = mangrove machten.
**) Die Swahili-Namen, welche hier gegeben, sind die am Rufiji üblichen.