XVII. Gerbstoffhaltige Pflanzen.
1. Acacia catechu Willd.
Die Catechu-Akazie wächst bei uns in Ostafrika recht häufig, stellenweis — z. B. im Luengera-Tal — in ganzen Wäldern, aber sie wird bisher nicht ausgebeutet. In Südasien, besonders Vorderindien und Pegu bildet der aus dem Kernholz hergestellte Extrakt einen sehr wichtigen Handelsartikel, den auch wir liefern könnten, wenn wir in jenen Gegenden, wo der Baum vorkommt, unternehmende Kleinkolonisten hätten, oder wenn unsere Neger erwerbslustig wären. Jedenfalls bilden diese Bestände der von den Wanyamwezi anscheinend mwambeh, in unsern Nordbezirken zusammen mit anderen Akazien mgunga genannten Catechu- Akazie ein Stück des Nationalvermögens von Deutsch-Ostafrika, das noch der Ausbeutung harrt. Es ist eine Akazie mit kleinen Hakendornen und sehr feingefiederten Blättern.
Aus dem im Sanscrit khadira, in Indien khair, kath-khair, kwareh genannten Baume wird der zum Gerben und in der Färberei benützte Catechu, in Indien kath, euch, cachu genannte Extrakt gewonnen, eine schwarze, in. Fladen oder kleinen Blöcken in den Handel kommende Masse .*) Eine Sorte, welche kristallinische Struktur hat und durch Auskristallisieren des etwas eingekochten Kernholzextraktes gewonnen wird, dient den Indiern, Arabern und auch hier wohl den Swahili bisweilen als Zusatz zum Betel-Kaugemisch. Es ist in den Indierläden hier erhältlich unter dem Namen ha tu, kathu.
Im 17. Jahrhundert glaubte man, daß dieser Stoff eine Erde sei und nannte ihn deshalb terra japonica, ein Name, der jetzt ausschließlich auf ein ganz ähnliches. Produkt aus den Blättern von Uncaria Gainbir angewandt wird, während man die Catechu im Handel als Terra Catechu bezeichnet, französisch cachou. Aber schon Barboza und Garcia dell’Orto haben seine pflanzliche Natur beschrieben.
*) Sanskrit kvath (»abkochen«), Hindustani kath, Canaresisch kächu, Tamil käsu ,. Malayisch kachu. Die europäische Benennung stammt aus den südindischen Sprachen. Das. ly dum der Alten, das dell’Orto mit Catechu identifizierte, ist der Extrakt aus einer Berberis, in den Bazaren rasOt genannt (Yule u. Burnell, S. 173).