Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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ausgezeichnet, sein Produkt wurde 1900 in Hamburg recht gut beurteilt. In Amani zeigten die Bäume ein langsames und schlechtes Wachstum.

Es ist also sehr wohl möglich, daß Pflanzungen sich mit der Kultur dieses kleinen Baumes einen guten Nebenverdienst schaffen können, wenn sie ihn an den Wegen usw. bauen. An eine Kultur der Eingeborenen kann ich bei der bekannten Abneigung derselben gegen alle Baumzucht nicht glauben. Wenn wir aber einmal ein anderes Kulturelement herbekommen sollten, entweder europäische Kleinunternehmer oder indische bzw. chinesische Ackerbauer, so werden sie mit dieser Kultur sicher einen Erfolg haben. Ob sie sich für euro­päische Großkultur eignet, weiß ich nicht. Der Anbau wird in der Ebene leicht sein, und in denklich 5 Jahren wird man auf eine Ernte rechnen können, das Einsammeln der Erüchte kann nur billiger als beim Kaffee sein und Auf­bereitungsanstalten sind nicht nötig. Gut ist, wenn man die beim Gerben schädlichen Kerne vor dem Versand der Früchte entfernt. Da der Baum nicht groß wird, kann man wohl 400500 auf den Hektar pflanzen. Der indische und anscheinend auch der in Daressalam gezogene Divi-divi hat ein wenig- weniger Gerbstoff als der amerikanische.

4. Eucalyptus occidentalis.

Dieser australische Baum ist seit einigen Jahren ein recht wichtiger Gerb­rindenlieferant geworden. Der Gerbstoffgehalt der Rinde soll ein sehr guter sein. In Hamburg wurden 1905 eingeführt

von Australien 139024 Dz. im Wert von 2703840 Mk.

England 5796 114700

,, Bremen 996 ,, ,, ,, ,, 18600 ,,

demnach für fast 3 Millionen Mark. Der Doppelzentner kostete wie Mimosarinde

etwa 19 Mk. Die von Dr. Sch eil mann untersuchten, in Deutschland impor­tierten Rinden hatten 4042% Gerbstoff. Es sind hier in Amani jetzt auch eine ganze Anzahl dieser Bäume angepflanzt, über deren Ertrag und Gedeihen aber noch kein Urteil gegeben werden kann. Ebenso hat die Forstverwaltung des Gouvernements mit dem Anbau dieser Bäume begonnen. Die Kultur scheint nicht ganz leicht zu sein. Im Handel wird diese Rinde als inaletto bezeichnet.

5. Pithekolobium dulce Benth.

Es ist ein kleiner Baum, dessen Nebenblättchen in Dornen verwandelt, und dessen Früchte gekrümmte oder korkzieherartig aufgerollte Hülsen sind. Er ist in Südamerika heimisch aber vielfach auf den Ozeanischen Inseln, im malayischen Archipel und Südasien angebaut. Nach Indien ward er im I9ten Jahrhundert eingeführt und wird dort vilaiti, imli, dakani. usw. genannt. Er liefert Gummi, die Samen ein fettes Öl, das Fruchtmark kann zur Not gegessen werden, und

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