Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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»Schicht überzogen und haben in Folge dessen einen hellgrauen, silberartigen Schimmer, dem diese Art der Bezeichnung »silver wattle« verdankt. Die alten Blätter sind übrigens häufig fast ganz rein grün. Außerdem ist die Behaarung von Stammspitze, Stengel und Blattstiel weniger gelb als bei Acacia mollis- sima , meist rein weiß. Die Blattknospen erscheinen in Folge dessen rein weiß oder schwach gelblich.

Wie man in Kwai leicht beobachten kann, ist Acacia dcalbata auch dadurch ausgezeichnet, daß sie an älteren Bäumen Wurzelausläufer bildet, was bei den beiden anderen obengenannten Acacia-Arten nicht der Fall ist.

Drei aus dem Bezirk Wilhelmstal eingesandte Rindenproben stammen, wie an dem eingesandten Herbarmaterial deutlich zu erkennen ist, von dieser Art. Sie enthalten nach den Analysen des Herrn Dr. Schellmann 19.6121.00%, im Mittel 20.53 % Gerbstoff. Sie sind also durchaus minderwertig gegenüber den beiden anderen Arten, was übrigens auch mit den hierüber in der Literatur vorliegenden Angaben im Einklang steht.

Um eine Vermischung der Saat und Hybridenbildung zu verhindern, dürfte es sich auch jedenfalls empfehlen, nur solche Saat zur Anzucht zu benutzen, die aus reinen Pflanzungen von Acacia mollissima oder Acacia d-ccurrcns stammt, resp. in Pflanzungen, die auch Acacia dcalbata enthalten, diese möglichst bald zu entfernen und auf diese Weise zur Anzucht von Saat ge­eignete Bestände zu schaffen.«

Wenn nun auch für die Pflanzer ausschließlich A. dcciirrcns und A. mol­liss im a in Betracht kommen können, so wird bei diesen Arten die Saatauswahl von den besten Bäumen nach dem Ausfall der chemischen Analyse von Rinden­streifen wahrscheinlich imstande sein, möglichst hochwertige Sorten zu erzielen, eine Aufgabe, die hoffentlich in einigen Jahren in Amani gelöst werden kann.

3. Caesalpinia coriaria Willd.

Die Divi-divi genannten Fruchthülsen stammen von einem in Zentral- und Südamerika heimischen Baume ab, der jetzt auch in Indien viel angebaut wird. Die Hülsen enthalten bis über die Hälfte ihres Gewichtes Gerbstoff.

Im Jahre 1768 kam dieser Gerbstoff zum erstenmal aus Caracas nach Europa und hat allmählich eine recht große Bedeutung erlangt. 1830 oder 1842 wurde die Kultur durch Wall ich in Calcutta eingeführt. Man behauptet, daß in Indien von einem vollkräftigen Baum eine Ernte im Wert von 9 Rup. ge­wonnen werden kann.

Hamburg importierte davon in den 90er Jahren 5090000 Dz. im Werte von 11,8 Millionen Mark, in den letzten Jahren 88113000 Dz. Der Preis schwankte zwischen 18 und 34 Mk. und war in den letzten Jahren 21 Mlc. für den Doppelzentner.

Der Baum wurde etwa 1894 von mir in Daressalam gezogen und wuchs