Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
561
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Aus Indien werden jährlich für etwa 3 Millionen Rupie Catechu ausgeführt, und die Einfuhr nach Hamburg ist recht bedeutend. Sie bewegt sich zwischen 200000 und 700000 Kilo zum Preise von 3767 Mark, zuletzt 50 Mark für den Doppelzentner, also für rund/ 4 Million Mark.

2. Acacia decurrens Willd. und A. mollissima Wild.

Die australischen Gerberakazien oder black-wattlcs der Engländer sind in Südostaustralien und Tasmanien heimisch; seit einiger Zeit werden sie in bedeutenden Mengen in den Gebirgen von Britisch-Indien, Ceylon und noch mehr in Natal angepflänzt. Nächst diesen wichtigsten, gerbstoffreichsten Arten kommen die A. dealbata (silver wattle) und A. pycnanttha (golden wattle) weniger in Frage. Die verschiedenen bei uns wildwachsenden einheimischen Akazien-Arten scheinen weniger gute Rinden zu haben, doch müssen sie noch von verschiedenen Stand­orten und zu verschiedenen Jahreszeiten untersucht werden, um ein abschließendes Urteil geben zu können.

Von Australien wurden die »Mimosa-Rinden« zuerst im Jahre 1823 aus­geführt, man erhielt damals 50 £ für die Tonne, 1889 wurden gesetzliche Maß­nahmen zum Schutze der Bestände getroffen und einzelne Gebiete zur Rinden­gewinnung verpachtet. 1893 betrug die Produktion 14000 Tons' im Wert von mehr als 90000 i 1 , von denen 10000 To. im Lande selbst verwandt wurden.

Wie Holtz berichtet, ist die Kultur dieser Akazie vor etwa 30 Jahren in Natal eingeführt, und 1901 wurden von dort über 14000 Tons exportiert. Es sollen in Natal 25000 Acres (also 10000 Hektar) damit bebaut sein. Nach 7 bis 9 Jahren nutzt man dort die Bäume und erhält an Vornützung und Abtriebs­ertrag vom Acre 45 Tons, also 1012V2 Tons per Hektar. Die Pflanzer sollen am Ort 105110 Mk. für die Tonne erhalten. Man rechnet, daß der »Mimosenrinden«-Anbau auch für den Privatmann ein gutes Geschäft ist. Forst­assessor Gieseler gibt die Kulturkosten pro Hektar für West-Usambara im ersten Jahr mit 64 Rup. an, wovon man 36 durch zwischengepflanzten Mais einbringen könnte. Jährlich kämen dann 21 Rup. für dreimaliges Reinigen dazu, und im 6.7. Jahre könne man bis 10 Tons trockener Rinde gewinnen, also 1900 bis 2000 Mk. Brutto. Nach Hamburg gehen ziemlich bedeutende Mengen der Mimosenrinde, 1905

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und der Bedarf wird noch steigen, wenn nicht einmal ein hoher Eingangszoll

Stuhlmann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. 3^