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Pflanzungen, in den Anlagen auf Zanzibar und auch an der Küste hier und da vor. Er ist in Indien und Ceylon wild und kultiviert und offenbar dort zu Hause. Kultiviert kommt die Pflanze aber wohl überall in den Tropen vor. In Indien wird aus der Wurzelrinde eine schöne rote Farbe, die man dort al nennt, aus dem Holz eine hellgelbe Farbe gewonnen. Außer al nennt man die Pflanze in Indien noch ak, abri, bartmidi , mulugu, toguru, togari. Einen Swahili- Namen konnte ich nicht feststellen. Soweit mir bekannt, wird sie hier nicht zum Färben sondern nur als Zierstrauch benützt. Wahrscheinlich ist sie von den Arabern oder Indiern aus Indien in ziemlich neuer Zeit hier eingeführt. Da die Pflanze in Indien felderweise im Großen kultiviert wird und die AZ-Farbe dort eine große Rolle spielt, würde sie gewiß auch hier mit Vorteil gezogen werden können, wenn .nicht die billigen Anilin-Farben allen pflanzlichen Naturfarben eine Konkurrenz machten, so daß fast alle pflanzlichen Farben mehr und mehr abkommen, sehr zum Schaden der Haltbarkeit der Farben. Sonnenechte Farben für Gewebe und Teppiche wird man nur mit natürlichen Pflanzenfarben herstellen können. Deshalb spielt die A/-Farbe in der Kleinindustrie für gute Webereien in Indien noch eine Rolle. Für den Anbau der Europäer ist sie nicht zu empfehlen.
10. Rocella Montagnei Bel.
Die den Bartflechten verwandte Orseille-Flechte kommt hier an der ganzen Küste und auch im Innern als Epiphyt auf Bäumen vor, und zwar in zwei Varietäten, einer feineren aus den südlichen Distrikten, besonders von Lindi, die sogenannte malcllc ya mrima oder malcllc mayani, und eine Form mit breiteren Prothallien, die aus den trockneren Ländern des Nordens, besonders von dem Somali-Land um den Ort Barawa kommt, die sogenannte malcllc ya Baraiva. Diese Flechten spielten im Zanzibar-Handel noch vor 15—20 Jahren eine ganz bedeutende Rolle; in den Faktoreien der deutschen Häuser saßen je 3—400 FYauen und Kinder täglich, welche die in Säcken angekommenen Flechten von allen Beimischungen reinigen und besonders die Dornen entfernen mußten. Dann wurden die malcllc in große Ballen gepreßt und verladen. So gingen ganz bedeutende Mengen dieser Flechten von hier fort, um in Europa durch Extraktion mit Sodalauge und Ammoniak einen roten Farbstoff zu liefern. Unter der Konkurrenz der Teerfarben hat dieser Export sehr nachgelassen, obgleich man auch jetzt noch kleine Partien davon benützt, so weit ich weiß, in der Wollfärberei, um das Infanterierot für die Uniformaufschläge daraus herzustellen.
Nach Wiesener sollen R. tinctoria I) C. und R.fiiciformis I) C. den meisten Farbstoff haben.
Von Zanzibar wird der Export der Orseille-Flechte zuerst 1869 von Sir John Kirk erwähnt, soweit ich habe finden können.
Leider fehlt mir die ältere Zanzibar-Statistik, ich finde nur in Dr. Bau- mann’s Bericht (Kol.-Blatt 1897), daß 1896 an Orseille für 24450 Rup. ex-