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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Rotholz von C. ec hin ata Laut, als fcrnambuk, ibirapi-tanga, ymira piranga der Eingeborenen vor.*)

Ceasalpina Sa pp an wächst bei uns recht gut, sowohl bei Daressalam als bei Amani. Ich glaube aber kaum, daß sein Holz für die Ausfuhr einmal in Frage kommen kann bei dem allgemeinen Preisrückgang der ganzen Farb- hölzer und bei den Mengen, die man in Südamerika an wildwachsenden Rot­hölzern findet.

Auch von Westafrika kommen jetzt eine Menge Rothölzer nach Hamburg. Da sie aber nur mit 5 Mark anstatt wie die brasilianischen Rothölzer mit 12 Mark pro Doppelzentner bei der Einfuhr notiert sind, wird es sich bei diesen afrika­nischen Provenienzen vielleicht um Möbelholz handeln, vielleicht um sogenanntes rotes afrikanisches Sandelholz von Ptcrocarpus.

5. Datura alba N. ab Nes.

der weiße Stechapfel wächst in Zanzibar, an der Küste, am Tanganika subspontan auf Schuttplätzen; auch an der Uganda-Bahn sah ich diese oder eine nahe ver­wandte Art. Sie ist sonst noch in Madagascar, Ostindien, Persien, Arabien zu finden. Die Var. fastuosa L.. die von einigen Botanikern als eigene Art an­gesehen wird, kommt fast in der gleichen Verbreitung vor auf Schutthaufen in der Nähe von Wohnungen, sie findet sich auch bei Mosambik, am Zambezi und in Westafrika. In Europa, Amerika, Japan und China wird sie kultiviert.

1 ). Stramoniurn L. soll an den Ufern des Kaspi-Sees wild sein, in Europa verwildert, in Kashmir, Beludschistan, Sikkim, am Himalaya wird sie an­gepflanzt. Die erste Saat davon soll Clusius 1583 nach Europa gebracht haben.

D. Metel L. stammt wahrscheinlich aus Amerika und ist in der alten Welt stellenweise naturalisiert Diese Art soll in der Mitte des 16. Jahrhunderts zuerst- in Venedig kultiviert sein.

Die 15 Arten der Gattung Datura kommen in den warmen Teilen beider Erdhälften vor; es scheint, daß ursprünglich einige aus Amerika und einige aus Asien stammen und daß man später die Namen derselben vermischt hat, wahr­scheinlich aber wird D. Stramoniurn und D. alba schon lange vor der Ent­deckung Amerikas in Asien bekannt gewesen sein.

Es ist nicht sicher, ob die Griechen und Römer die Datura kannten, denn vielleicht war das stramoniurn etwas anderes.

In Sanscrit werden die Daturen dhustura, unmatta , dhattüra genannt, heute in Indien dhuthura, dhaturo (wohl D. alba Ne es), auf persisch konz, gaoz- giah , mabalc, safed. taturahe-safed, auf arabisch yous-masle, yous-cl-mathil, tattu- rahe, bokkam, auf türkisch tubula, im modernen Griechisch tatoula. Entsprechend

*) Das Wort pitanga, piranga der Indianer erinnert sehr an das Sanscrit- und indische Wort pattanga. Sollte das Wort eine Einführung der Portugiesen nach Brasilien sein ?