546
Australien, Italien, Frankreich, Deutschland und Ungarn, doch hat die Kultur unter der Konkurrenz der Anilinfarben stark abgenommen.
Wenn nun auch der Saflor für die Herstellung von Farbstoffen nicht für einen Anbau durch Ansiedler in Frage kommt, so können die reichlich produzierten Samen, welche etwa 30 % eines zu Speisezwecken und auch zur Malerei dienenden Öls geben, eine Rolle spielen. Wir hatten in Mombo, wo die Pflanze vorzüglich gedieh, vor einigen Jahren 11 Zentner Saat erhalten, die nach Untersuchung von Dr. Fendler mit der Schale 25,82 % Öl enthielten, das zum Ranzigwerden neigte und deshalb mehr zur Seifenfabrikation etc. als zur Speise geeignet ist. Ich glaube, daß als Zwischenkultur und vielleicht auch als alleiniger Anbau die Pflanze sich rentieren kann, wenn man die ebengeöffneten Blüten nicht zur Herstellung von F'arbstoff verwendet sondern die Samen reifen läßt, um aus ihnen Öl zu gewinnen.
3. Crocus sativus L.
Der Safran, Crocus kommt hier für die Kultur gar nicht, für den Handel als Drogue nur sehr wenig in Betracht, so daß ich nur ganz kurz auf seine, an sich sehr interessante Geschichte eingehe, es demjenigen, der sich dafür interessiert überlassend, bei Hehn u. a. darüber nachzulesen.
Die kultivierte Form des Crocus sativus stimmt nach den Untersuchungen von Maw mit keiner der wild auf den Bergen bei Smyrna, auf Kreta, den Cycladen, bei Athen, in Taurien, Thracien, Dalmatien usw. gefundenen Formen dieser Pflanzenart überein; die Kulturform ist immer steril, wenn man sie nicht mit dem Pollen einer wilden Sorten befruchtet, sie ist auch sehr konstant, während die wilden beträchtlich variieren. Es scheint sich demnach botanisch um eine sehr alte Kulturpflanze zu handeln.
In der Tat war sie den alten Ägyptern bekannt; im »Papyrus Ebers« soll sie erwähnt sein. Im alten Testament (Hohelied) wird sie Carthavms oder karkom genannt. Oppert gibt das assyrische Wort karktima, im Armenischen heißt sie heute krkum. Bei den Griechen war sie von Homer an als krokos, bei den Römern als crocum bekannt.
Es scheint mir nun unzweifelhaft, daß alle diese Worte zusammen hängen, und von einem altsemitischen Wort mit der dreikonsonantigen Wurzel k-r-k abstammen. Die Vokalisation spielt ja bei den semitischen Sprachen eine sehr geringe Rolle, es handelt sich immer nur um drei Konsonanten, die wir in allen diesen Worten wiederfinden.*) Denkbar, daß dies ursprüngliche Wort »goldgelb« bedeutet hat, wie etwa das Sanscrit-Wort ka?ikana »golden« heißt und für alle möglichen gelben Pflanzenstoffe angewendet wird (kunkuma. kurkunta).
*) Diese 3 Konsonanten finden sich wie im crocos auch im Althochdeutschen chruogo, croc, krtiago, daneben heißt die Pflanze dort noch broze, bmgo, sintvarwe.