Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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die Farbe gewonnen und etwas davon exportiert. Wie viel kann ich nicht sagen, da in unserer Zollstatistik diese Farbe mit Orseille und anderen Pflanzen­farben zusammengeworfen wird. Ob sich die Ausfuhr lohnt, selbst wenn es sich nur um ein Nebenprodukt handelt, weiß ich nicht, es wird von den Arbeiter­verhältnissen abhängen. Die FTauptmasse des in den Handel kommenden Orlean- Arnatto kommt aus französisch Guyana, Guadeloupe, Jamaica und Brasilien. Von ersteren beiden Kolonien sollen jährlich etwa 800000 Kilo der zu Kuchen geformten Farbe ausgeführt werden. Der Doppelzentner kostete in Hamburg 190305 durchschnittlich bei der Einfuhr 6478 Mark. In Hamburg wurden eingeführt:

1903 405 Dz. im Werte von 31760 Mark

1904 430 ,, 27140

1905 336 22160

Der Hauptexport geht aber nach England, wo der Chester Käse damit rot gefärbt wird (etwa 2300000 lbs).

2. Carthamus tinctorius L.

Der Saflor ist ein Distel-artiges Gewächs, dessen rote Blüten seit der Ur­zeit zur Herstellung eines roten Farbstoffes dienen, und zwar wäscht man den schlechten löslichen gelben Farbstoff bei den besseren Qualitäten erst aus und formt die Blüten dann zu Kuchen, die in den Handel kommen.

Die Leinenbänder, welche die Mumien im alten Ägypten umgaben, waren vielfach mit Saflor gefärbt, Reste der Pflanze hat man dort auch in Gräbern ge­funden. Ob das von den Griechen knidos genannte Gewächs der Saflor war, ist nicht ganz sicher.

In Indien ist die Kultur sehr alt, im Sanscrit heißt die Pflanze kusumbha, kusum, kanalottara, in den heutigen indischen Sprachen kusum, kusumba , kajirch, auf persisch kashira, muasfir, kasakdanah, auf Arabisch usfar, usfür, qurtum, kurthum, asforo, saffron, in Ägypten kortum, kurtum, kurtim. Karkom ist auf Hebräisch Saffran oder Cocus. Asforo, asfar wird auf Arabisch einfach das Wort für rotgelb sein, das auch für Saffran angewandt wird.

Das Wort carthamus, cartamc der Franzosen, cartamo der Italiener ist aus dem ägyptisch-arabischen kortum, das Saflor (sisflor) des Deutschen aus dem arabischen usfar ebenso wie das italienische asfiore, asfrolc, astiforc, saffrolo, zajfronc entstanden. Die Chinesen haben die Pflanze im 2. Jahrhundert v. Chr. aus Baktrien erhalten.

Der Carthamus ist wild unbekannt, man vermutet die Heimat der Kultur in Arabien (De C an dolle) oder Indien (Hehn), vielleicht lag sie zwischen beiden in Mesopotamien.

Für den Handel kommt heute nur noch Indien, Persien und Ägypten in Be­tracht; die besten Sorten kommen von Bengalen und Persien, sonst baut man die Pflanze noch in China, wo sie kong-tuha heißt, Japan, Süd- und Mittelamerika,

Stuhl mann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. 35