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die Farbe gewonnen und etwas davon exportiert. Wie viel kann ich nicht sagen, da in unserer Zollstatistik diese Farbe mit Orseille und anderen Pflanzenfarben zusammengeworfen wird. Ob sich die Ausfuhr lohnt, selbst wenn es sich nur um ein Nebenprodukt handelt, weiß ich nicht, es wird von den Arbeiterverhältnissen abhängen. Die FTauptmasse des in den Handel kommenden Orlean- Arnatto kommt aus französisch Guyana, Guadeloupe, Jamaica und Brasilien. Von ersteren beiden Kolonien sollen jährlich etwa 800000 Kilo der zu Kuchen geformten Farbe ausgeführt werden. Der Doppelzentner kostete in Hamburg 1903—05 durchschnittlich bei der Einfuhr 64—78 Mark. In Hamburg wurden eingeführt:
1903 405 Dz. im Werte von 31760 Mark
1904 430 „ „ ,, „ 27140 „
1905 336 „ „ „ „ 22160 „
Der Hauptexport geht aber nach England, wo der Chester Käse damit rot gefärbt wird (etwa 2—300000 lbs).
2. Carthamus tinctorius L.
Der Saflor ist ein Distel-artiges Gewächs, dessen rote Blüten seit der Urzeit zur Herstellung eines roten Farbstoffes dienen, und zwar wäscht man den schlechten löslichen gelben Farbstoff bei den besseren Qualitäten erst aus und formt die Blüten dann zu Kuchen, die in den Handel kommen.
Die Leinenbänder, welche die Mumien im alten Ägypten umgaben, waren vielfach mit Saflor gefärbt, Reste der Pflanze hat man dort auch in Gräbern gefunden. Ob das von den Griechen knidos genannte Gewächs der Saflor war, ist nicht ganz sicher.
In Indien ist die Kultur sehr alt, im Sanscrit heißt die Pflanze kusumbha, kusum, kanalottara, in den heutigen indischen Sprachen kusum, kusumba , kajirch, auf persisch kashira, muasfir, kasakdanah, auf Arabisch usfar, usfür, qurtum, kurthum, asforo, saffron, in Ägypten kortum, kurtum, kurtim. Karkom ist auf Hebräisch Saffran oder Cocus. Asforo, asfar wird auf Arabisch einfach das Wort für rotgelb sein, das auch für Saffran angewandt wird.
Das Wort carthamus, cartamc der Franzosen, cartamo der Italiener ist aus dem ägyptisch-arabischen kortum, das Saflor (sisflor) des Deutschen aus dem arabischen usfar ebenso wie das italienische asfiore, asfrolc, astiforc, saffrolo, zajfronc entstanden. Die Chinesen haben die Pflanze im 2. Jahrhundert v. Chr. aus Baktrien erhalten.
Der Carthamus ist wild unbekannt, man vermutet die Heimat der Kultur in Arabien (De C an dolle) oder Indien (Hehn), vielleicht lag sie zwischen beiden in Mesopotamien.
Für den Handel kommt heute nur noch Indien, Persien und Ägypten in Betracht; die besten Sorten kommen von Bengalen und Persien, sonst baut man die Pflanze noch in China, wo sie kong-tuha heißt, Japan, Süd- und Mittelamerika,
Stuhl mann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. 35