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ob der Bedarf der fraglichen Artikel in Deutschland (bezw. im Hamburger Warenverkehr) nicht viel mehr als 2200 Tonnen pro Jahr ist, von denen dreiviertel schon durch die Produktion von D.-O.-A. im Jahre 1905 gedeckt wurde. Hoffen wir also, daß die Fachleute in Hamburg uns belehren werden, daß noch eine große Zufuhr von Manila-Hanf über andere europäische Häfen dazu kommt und der Gesamtkonsum größer ist.
Immerhin wird die Entwickelung des Bedarfes für diesen Artikel in Deutschland für uns hier von allergrößtem Interesse sein in der Frage, wie wir unsere voraussichtliche maximale Produktion von 8000—11 000 Tons pro 1910 werden absetzen können, wenn wir damit nicht in das Ausland gehen wollen.
Ich gebe obige Mitteilungen hier, trotzdem und weil ich mir bewußt bin, daß sie vielfach noch auf schwachen Füßen stehen und in der Hoffnung, daß die Fachleute des Handels in Hamburg und besonders auch die Praktiker in Ostafrika mir recht bald Korrekturen und Belehrungen zukommen lassen, damit ich sie in einiger Zeit in verbesserter Form an anderer Stelle wiederholen kann.
Nach der ersten Veröffentlichung im »Pflanzer« (Sept. 1907) bis Mai 1908 habe ich allerdings von Niemandem irgend eine Belehrung darüber erhalten. Ich nehme demnach an, daß meine Annahmen stimmen oder daß die Fachleute für unseren Ostafrikanischen Hanf kein Interesse haben.
Das Jahr 1908 hat jedenfalls gezeigt, daß wir nicht mehr auf die hohen Preise werden rechnen können und uns mit 5 20 — 56 ° Mark werden zufrieden geben müssen. Nur durch Erzielung von allerbesten Qualitäten wird der ostafrikanische Sisal-Hanf die Konkurrenz aufnehmen können.
2. Boehmeria nivea (L.) Hook.
Die Ramie wird von einer Pflanze gewonnen, die der Brennessel verwandt ist und auf den Sunda-Inseln, in Südchina, auch in Nordamerika, Brasilien, Algier und sogar Südfrankreich gebaut wird. Als Streifen oder Bänder kommt die Ware als sogenanntes »China-Gras« in den Handel, Streifen, aus denen die feine seidenartige Faser durch komplizierte Prozesse isoliert wird. Eine große Pabrik für die Ramie-Produkte ist in Emmendingen. Leider ist es anscheinend immer noch nicht gelungen, zuverlässige Maschinen herzustellen, um die Paser gleich im frischen Material zu isolieren, trotzdem die französische Regierung ganz, bedeutende Preise auf die Erfindung einer solchen Maschine aussetzte. Die Pflanze scheint große Ansprüche an den Boden und das Klima zu stellen, so daß ihre Kultur bisher sich anscheinend nirgends außer als Hauskultur bei den Chinesen einzuführen scheint.
In Daressalam hatten wir schon vor mehr als zehn Jahren einige Beete damit bestellt, aber das Wachstum war kein erfreuliches, auch die friedlich Hoff- mann-Pflanzung, die sich bei uns sehr viel Verdienste um die Pdnführung aller