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liine veiwandte Alt M. cvccta R. Br. wächst in Syrien und war vielleicht das apokynon, kynokrambe von Galen, das chaniko-cl-kilab von Ibn-el-Batuta (also auch Hundetöter), Marsdcnia tructoria R. Br, und M. parvittorc De c. gaben in Sumatra und Indien einen indigo-artigen blauen Farbstoff.
13. Mirabilis Jalappa L.
Die Wunderblume liefert in ihren Wurzeln die falsche Jalappa, Radix Nyctaginis Mechoacannae, die früher in medizinischem Gebrauch war. Jetzt dient die Knolle wohl nur noch zur Verfälschung der echten aus Ipomoca Purga gewonnene Jalappa-Wurzel. Die schön blühende, oft als Ziergewächs kultivierte Pflanze stammt aus Mexiko und wird in Indien viel gebaut unter den Namen gulabas, gula-bashi, abasi. Die Araber nennen sie zahr-ul-ajl, die Perser guli- a abbas.
In Indien soll sie vielfach subspontan sein. Auf einer Pflanzung auf Java sah ich sie in bedeutenden Mengen kultiviert, die Knollen wurden in Scheiben geschnitten und als »Jalappa« verkauft. Da sie stark abführend wirken, werden sie wohl in der indischen Volksmedizin noch benützt. Ob sich die Kultur bei uns empfehlen wird, ist mindestens fraglich. Als Zierpflanze ist sie wohl hier und dort zu finden, besonders in den arabisch-indischen Gärten auf Zanzibar, wo. die Leute sie kinukadiyo nennen. Ob sie dort auch medizinisch verwandt wird, ist mir nicht bekannt.
Die echten Tubera Jalapae kosteten 1908 200 Mark pro 100 Kilo.
14. Papaver somniferum L.
Der Gartenmohn, der zur Gewinnung des Opiums in vielen Gegenden angepflanzt wird, ist richtig wild nicht bekannt, die Botaniker sind aber der Meinung, daß er eine Abart des im Bereich des Mittelmeeres wild vorkommenden P. seti- gerum DC. ist, der in Sicilien, Algier, Spanien, Griechenland, auf der Insel Cypern wild wächst und dessen Kapseln man in den Schweizer Pfahlbauten fand. Diese Art hat auf den Kapseln nur 8, anstatt wie beim Gartenmohn 10 bis 12 Narben. Es ist demnach anzunehmen, daß die Mohnpflanze in der Mittelmeer- Region zuerst kultiviert wurde, und zwar wohl zunächst in Griechenland oder auf den griechischen Inseln. De Candolle gibt aber auch die Möglichkeit zu, daß zwar in Europa der P. setigerum bekannt war,, daß aber die Kulturform in Vorderasien entstand, und daß in dieser Gegend der griechische Name maikon, der sich in dorischen als makon, in slavischen und kaukasischen Sprachen als mack wiederfindet, entstanden ist, wahrscheinlinh auch der orientalische Ausdruck theriaki, turiaga, der persisch und armenischen Ursprungs zu sein scheint und das Opium bezeichnet, während die Perser und Araber für die Pflanze den Namen kash-kash, bizrul-kashkast haben. Auch mantur (P. erraticum) und djuldjulan-
Stuhlmann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. 29