Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Ein Projekt, das vor ein paar Jahren auftauchte, ein Konzession für die Ausbeutung dieser Blüten in West-Usambara zu nehmen, hat der damalige An­tragsteller auscheinend wegen des jetzt so geringen Preises der Drogue fallen gelassen.

11. Jatrorhiza Columbo Miers.

Die Columbo-Wurzel kommt von einer in Ostafrika heimischen Pflanze, deren behaarte Sprosse sich gurkenartig winden, Steilig gelappte Blätter und große Trauben unscheinbarer Blüten haben. Aus dem kurzen Wurzelstock kommen Knollen heraus, die in Querscheiben geschnitten und getrocknet die offizinellen Columbo-Wurzeln bilden, die außen eine Korkschicht, innen konzentrische Schichtung zeigen. Der Handel verlangt möglichst helle, gut getrocknete Ware. In den Wurzeln ist ein gelber, wasserlöslicher Farbstoff und Bitterstoff vorhanden.

Das Hauptverbreitungsgebiet der Pflanze ist die Nordhälfte der portu­giesischen Provinz Mosambik, das Zambezi- und Niassa-Gebiet; bei uns ist sie recht häufig in dem Bezirk Lindi, wo die Eingeborenen sie kaomwa, kaomua, kaüma nennen*), in Mosambik heißt sie kalumb. Ich glaube nicht, daß die ! : Pflanze hier auch angebaut wird; in Madagascar, den Mascarenen und auf Ceylon

1 3 wird sie aber kultiviert. Vielleicht würde sich das auch hier als Nebenkultur

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" : eignen. 1899 nach Deutschland gesandte Ware, die etwas braun war, wurde

' : !' mit 100 Mark per Dz. beurteilt. Die Wurzel kam etwa 1670 von Mosambik

! ; aus in den Handel und wurde zuerst 1675 von Francesco Redi aus Arezzo

; , ; | empfohlen. 1880 wurden von Mosambik 15 390 Kilo nach Hamburg und London

: ; ; j gesandt. Ein Teil wird auch von Zanzibar und Lindi verschifft. (Im Oktober

J'ii j'r 1907 notierte Lewis & Peat in London 1014 sh pro ctw. für Columbo-root?

! f; ; J [' 1908 kostete sie bei Gehe & Co. 60 Mark pro 100 Kilo.)

12. Marsdenia Condurango Reich.

ist eine in Südamerika (Equador) heimische Asclepiacee, die dort bejuco de perro, mata perro genannt wird {perro = Hund, mata = töten, also Hundetöter). Die Rinde dieser Liane ist erst seit 1871 als Condurango-Rinde bekannt und ent­hält ein scharfes Gift. Auch die Rinde von Gonolobus ti iana kommt als Condurango in den Handel.

Die Lianen wachsen hier in Amani recht leidlich und haben schon Früchte getragen, die Oktober-November reifen.**)

*) Sacleux gibt noch folgende, allerdings von ihm als zweifelhaft hingestellte Namen: Usegua tundwi (?), kiriga (?), Küstenland gwaa (?), kaomwa ya mzizi, korombo.

**) Unsere als Marsdenia Condurango erhaltenen Pflanzen in Amani haben ovale Früchte mit 4 bilateral-symetrisch angeordneten Rippen, nicht lange, wie die der Abbildung in Englers Pflanzen-Familjen. Auch sind bei unseren die Blätter am Grunde herzförmig, nicht gerundet.