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den hiesigen Arabern michakasa genannt. Die Euph. antiquorum an der Küste und in Usegua mbamba, kibamba, eine andere Art mwata. mwusa (Sac- 1 e u x).
Das Harz der Euphorbien ist ungemein bitter und auch giftig. Vielleicht läßt es sich außer zu medizinischen Zwecken irgendwie in der Technik verwenden. Im Bezirk Langenburg wird damit gekittet, z. B. die Eisenspitzen bei Lanzen und Pfeilen im Schaft befestigt. Ein damit gekitteter Gewehrschaft hielt bei einem Herrn in Langenburg jahrelang.
Nach einer Analyse von Dr. Schellmann (Pflanzer III 1908 S. 32) enthielt das aus Kilossa gewonnene Produkt, das aus einer E. tirucalli verwandten Art stammte, 94,04% Harz nnd 2,44% Kautschuk, das aus West-Usambara von der dortigen Baum-Euphorbie gewonnene 53,03% Harz und 18,67% Kautschuk. Letzterer wird als Zusatz zum Kautschuk dienen können. Ein Preis ist auf die Erzeugung eines ungiftigen, technisch brauchbaren Artikels aus dem Milchsaft ausgesetzt worden.
10. Hagenia abyssinica Willd.
(Brayera antheIminthica Knuth) ist ein großer zu der Familie der Rosacen gehöriger Baum mit unpaar gefiederten, behaarten Blättern und großen achselständigen Blütenrispen, die nach männlichen und weiblichen Blüten getrennt sind. Nur die letzteren bilden, einfach getrocknet oder zu mehreren zopfartig vereint, die offizinellen Flores Koso der Apotheken. Die einzelnen Zöpfe sind bis 30 cm lang. Der Baum ist hauptsächlich aus Abessinien bekannt, wo er in den Gebirgen zwischen 3000 und 4000 Meter wächst und wo die Blüten im Dezember und Januar gesammelt und via Aden, Bombay versandt werden. Der Baum wächst ebenso am Kilimandjaro bei 1400—2800 Meter, in West-Usambara zwischen Kwai und Wilhelmstal bei 1400—1700 Meter, am Runsorro bei 3100 Meter, in Usafua nördlich des Niassa am Beya Berge bei 2200 Meter, wo er im Juni blüht, und wahrscheinlich noch in manchen afrikanischen Hochgebirgen, nach Flückiger’s Vermutung vielleicht auch in Madagascar.
In Abessinien, wo er allgemein auf Amhari koso, kousso, kosso-meder, bei den Tigre hepah, habbi, habi genannt wird, ist die reife weibliche Blüte ein ganz regelmäßig genommenes Bandwurmmittel, dessen Anwendung sie wegen des vielen von ihnen gegessenen rohen Fleisches wegen nötig haben. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wird die Drogue auch in Europa zum gleichen Zweck- verwandt, kommt aber immer mehr ab, da man große Mengen des bitteren und unangenehmen Pulvers verschlingen muß, während man mit Tinctura filicis maris dieselbe Wirkung bequemer und sicherer erreichen kann. Früher mit 30 Mark pro Unze wird die Blüte jetzt zu 2 y 2 —3 Mark das Kilo verkauft. Den Eingeborenen bei uns ist die Wirkung der Blüten meines Wissens nicht bekannt, es gibt ja außer den Massai auch nicht viele Fleischesser hier. In West-Usambara heißt der Baum nach Mitteilung von Forstassessor Deininger mwisso, russi rnssi.