Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
442
Einzelbild herunterladen
 

442

Indien und wird dort, sowie auf Java, Ceylon und in Südchina kultiviert. Die Araber sollen die Pflanze dand, die Perser dend nennen.

Sehr häufig ist der Baum bei uns nicht, in Amani wächst er gut. Die Araber und Indier werden wohl die Samen bisweilen medizinisch anwenden.

7. Erythrophloeum guineense Don.

ist ein kräftiger, akazienartiger, unbedornter Baum mit doppelt gefiederten Blättern, kleinen, gestielten an den Zweigenden rispig angeordneten Blüten und länglichen zusammengedrückten ledrigen Hülsen, in denen die Zwischenräume zwischen den Samen mit Mark erfüllt sind. Das Holz ist eins der schönsten Fournierhölzer, die es hier gibt. Die Rinde enthält einen dunkelroten Farbstoff und ein sehr gefährliches Gift, das Erythrophloein, es wirkt daneben picrotoxinartig. Ab­kochungen der Rinde werden zu Gottesurteilen und zu kriminellen Zwecken ver­wandt, und zwar anscheinend gleichmäßig im ganzen tropischen Afrika. Der Baum ist durch das ganze tropische Afrika verbreitet und scheint bei allen Bantu- Völkern moavi, inwavi zu heißen.

In Mombuttu heißt der Baum elinda, die Zwerge dort sollen aus ihm in Verbindung mit den Samen von Strychnos Icaja, des Blattes von Paliso- ta Barteri Bciith. und von Combretum grandiflorum Don. ihr Pfeilgift hersteilen. An anderen Stellen heißt die Rinde sassy, mancone, Buvanidcs Flonpes, talincassa, (wahrscheinlich alles in Westafrika). In Togo heißt der Baum etsa.

Der Baum kommt in den Waldungen der mäßig feuchten Gegenden in Küstennähe, im Sachsenwald bei Daressalam, im Niassaland, Zambezigebiet, in Senegambien, Sierra Leone, Oberguinea vor. Ob er auch im Innern und im nördlichen Teil unseres Gebiets steht, ist mir nicht bekannt. In der Nähe vor Wiedhafen am Niassa-See und bei Songea wird nach Busses Beobachtungen die Rinde einer Parkia Buss ei Harms ebenfalls unter den Namen moavi za. Gottesurteilen von Zauberern benützt, möglich, daß auch die unter dem Namen moavi von mir bei Pangani gesammelte Stuhlmannia Moavi Taub, ebenso angewendet wird. Der Name scheint vielen giftigen Leguminosen zuzukommen, die zu Zaubereien und Ordealen gebraucht werden, und dieselbe Bezeichnung scheint durch alle Bantuländer zu gehen, was wohl auf einen sehr alten Ge­brauch dieses Rinden-Ordeals deutet.

Das Erythrophloeum ist ein starkes Herzgift, findet aber auch in der Augen­heilkunde als Anaestheticum seine Anwendung.

8. Erythroxylon Coca Lam. und Erythroxylon novogranatense Hieron.

geben die Coca-Blätter von Südamerika, die von den Eingeborenen von Peru schon in vorcolumbianischen Zeiten benützt wurden, wie die Funde von kleinen