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wachsenen China-Hybriden nach Deutschland senden, die vom Samenkorn an 4, vom Verpflanzen auf die endgiltigen Standorte an 2 ’/a Jahre alt waren und in Höhen von 980 Metern gestanden hatten. Herr Hofrat Hesse von der chemischen Fabrik Feuerbach bei Stuttgart fand, daß die von Zweigen und ausgesägten Doppelstämmen genommene Rinde 6,47%, die von ganzen ausgeforsteten Stämmen 6,80% Chininsulfat und daneben 1,93% Nebenalkaloide, unter denen kein Cincho- nidin war, enthielten. In Anbetracht, daß nach den javanischen Erfahrungen das Optimum des Chiningehaltes meist erst frühestens bei fünfjährigen Pflanzen ein- tritt, daß unsere aber nach der in Java gebräuchlichen Bezeichnung erst 2'/ 2 Jahr alt waren, ist dies Resultat ein recht gutes zu nennen. Ein Kilo dieser Rinde von 6V2 °/ 0 Chiningehalt würde bei dem Unitpreis von 5 cts. etwa eine Mark wert sein, im vierten Jahr also nach obiger Aufstellung auf javanischen Pflanzungen einen Bruttoertrag von 440 Mark pro Hektar geben. Ob dies Resultat hier auch erreicht werden wird, kann natürlich niemand Voraussagen, aber es hat den Anschein, als ob für eine Forstkultur der Chinarindenbaum eine recht gute Rente geben wird und wahrscheinlich auch für den Privatpflanzer. Nur wird dieser Saat von den besten Hybriden beziehen müssen; er wird gut tun, wenn er etwas mit Rizinuspreßkuchen oder ähnlichem düngt und in nicht zu niederen Lagen seine Pflanzung anlegt.
Diese Hybriden ergeben hier in Amani Resultate, die sich mit den besten von Java messen lassen, es ist deshalb zu empfehlen, daß man hier nur diese Sorten baut, wo immer der Boden es zuläßt. Die Rinden der anderen hier gepflanzten Sorten sind bisher noch nicht untersucht.
Angeregt durch das Beispiel des B. L. I. haben eine Reihe von hiesigen Privatpflanzungen ebenfalls Chinarindenbäume in Kultur genommen uud auch die Forstverwaltung des Gouvernements hat sich dieser Kultur ein wenig zugewandt. Sehr ausgedehnt sind die Pflanzungen allerdings noch nicht, man scheut sich wohl noch vor den niedrigen und so sehr schwankenden Rindenpreisen, will wohl außerdem die Resultate des B. L. I. abwarten. So weit ich habe erfahren können, standen am 1. Oktober 1907 in Deutsch-Ostafrika folgende Chinarindenbäume ausgepflanzt: 25355 Bäume in Amani,
66700 ,, ,, anderen Pflanzungen,
davon 1500 am Kilimandjaro und 4200 bei der Forstverwaltung in Wilhelmsthal, die übrigen auf Privatpflanzungen in West- und Ost-Usambara.
6. Croton Tiglium L.
ist ein kleiner, zu den Wolfsmilchgewächsen gehöriger Baum, der in Zanzibar und selten an der Küste bei uns steht. Die Samen bilden ein äußerst drastisches Purgiermittel. Da sie etwa wie Mandeln schmecken, sind einige Male schwere Vergiftungserscheinungen damit an Leuten vorgekommen, die die Pflanze nicht kannten und einige Kerne in Unkenntnis aßen. Der Baum stammt wohl aus