Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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1906. Die Ausfuhr von Kap-Aloe ging auf 350000 lbs zurück, deshalb steigerte sich der Preis um 25 % Die Leute wenden sich mehr der rentablen Feldarbeit zu, auch herrschte am Kap Arbeitermangel. Ebenso nahm die Pro­duktion an Curagao-Aloe ab, so daß auch hier die Preise im Steigen sind, be­sonders für leberfarbene Sorten. (Gehe & Co.)

Im Oktober 1907 notierte London (Lewis & Peat) für Socotra-Aloe 80 bis 90 sh, für Zanzibar und Hepatic 2060 sh, für Cape 2535 sh pro ctw.

Im Jahre 1900 kam in London eine Aloe unter dem Namen Uganda-Aloe auf den Markt, die nach den Untersuchungen von Tschirsch und Klavones der Kap-Sorte gleicht.

Die Angabe, daß die Gesamtproduktion der Erde 912 000 Doppelzentner sei, wird sich wohl auf frühere Zeiten beziehen.

Die Aloe-Pflanzen wachsen bei uns oft in enormen Mengen, z. B. in der Nähe von Mombo und Taravanda, so daß man ihre Blätter in großen Mengen erhalten kann. Sie heißen bei den Swahili außer mshubirimani noch kisimro, bei den Wanyamwezi sugaka, den Wamakonde nanitenda, den Wamakuwa nanampwi, den Washambaa lusa, den Wamwera lungangamwitu, den Wahiyao kitapika, den Massai usonguroi, den Wabondei nanasimwitu (wilde Ananas), den Wasaramo mtyi.

In Amani haben wir die hiesige wilde Art, deren botanischer Name mir unbekannt, sowie A.fcrox, aus welcher die Kap-Aloe gewonnen wird.

Mit der hier bei Amani wild wachsenden Art, die der von der Ebene am Fuß der Usambara-Berge ganz ähnlich ist, machte ich einen Versuch. Da die abgeschnittenen Blätter sehr wenig Saft austropfen ließen, schälte ich ihre Rinde ab, kochte in Wasser und dampfte dies ein. Es entstand eine erst pechartige, dann glasharte schwarz-braune Substanz, die an der feuchten Luft wieder etwas zerfloß und ähnlich wie Aloe aussah. Aber sie ist nicht die Spur bitter. Diese Art scheint demnach ungeeignet zu sein.

Dagegen lassen die abgeschnittenen Blätter der hier kultivierten A.ferox vom Kap eine ziemlich reichliche Menge gelblichen, dicken Saft ausfließen, der enorm bitter wie Aloe schmeckt. Einen größeren Versuch konnte ich nicht machen, da wir nur zwei Pflanzen besitzen, die vermehrt werden sollten. Jeden­falls wird diese Art auch hier die Drogue liefern.

Von Socotra aus sollen früher mehr, jetzt seltener, kleine Mengen von Drachenblut nach Zanzibar in den Handel gekommen sein. Es ist wohl der eingedickte Saft von Pterocarpus sp.

3. Cassia angustifolia Vahl.

Von den drei Cassia- Arten, deren Blätter die Sennesblätter liefern, kommt nur diese in Ostafrika vor, sie geht von Mosambik über Somaliland und Arabien bis Ostindien, von einer Varietät dieser Pflanze wird die sogenannte