Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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mandali, ngole und limhulwe genannten Pflanzen, sowie Solanum andidotum und verschiedene Pflanzen von Schaschi. Ebenso hat es sich als unmöglich her­ausgestellt, Tiere durch wachsende Dosen des Giftes zu immunisieren. Die einzige Möglichkeit der Behandlung von Pfeilvergiftungen ist, das Gift im Körper zu spalten. Durch Einspritzung von Diastase gelang es Krause bei Tieren immer, den Tod trotz Einverleibung tötlicher Dosen zu verzögern, in manchen Fällen sogar eine Gesundung herbeizuführen. Es ist wohl möglich, daß in einigen Pflanzen ein Stoff zu finden ist, der noch intensiver in dieser Be­ziehung als die Diastase wirkt. Es ist demnach ein sehr verdienstvolles Werk, wenn hiesige Reisende alles Material sammeln, das die Eingeborenen gegen das Pfeilgift anwenden und davon größere Massen zusammen mit den Blüten, Blättern oder Früchten der Pflanze unter Angaben der einheimischen Namen einsenden, damit die Wirkung physiologisch untersucht werden kann.

2. Aloe sp.

Aus den Blättern verschiedener Arten der Gattung Aloe wird die medizinisch gebrauchte Drogue gleichen Namens gewonnen im Kapland, in Natal, an der Somali-Küste, auf der Insel Socotra, in Arabien, Indien und auf Barbados. Von den etwa 85 Arten der Gattung kommen in unserm ostafrikanischen Gebiet etwa 11 vor, von denen aber bislang noch keine ausgebeutet wird, auch noch nicht näher untersucht ist.

Überall, wo man den Stoff gewinnt, werden die saftigen Blätter abgeschnitten und mit der Schnittfläche nach unten in Ziegenfelle gelegt, mit denen man kleine Gruben im Boden auskleidet, oder man stellt sie in Holzrinnen. Der zähe, bern­steingelbe heraustretende Saft wird unter stetem Rühren auf dem Feuer oder auch an der Luft eingedampft und gibt dann das Aloeharz, das je nach der Provenienz braungelb, leberartig oder glasig braun-schwarz aussieht. Es kommt von Süd­afrika, Indien, Arabien, Barbados in den Handel, das von Socotra und der Somali- Küste auch von Zanzibar, Aden oder Bombay.

Die Drogue ist seit langer Zeit in ihrer abführenden Wirkung bekannt. Angeblich soll sie schon im »Papyrus Ebers« genannt sein. Bei den Erwähnungen im Altertum muß man aber immer vorsichtig sein, da oft das sog. »Aloeholz«, das ganz anderen Ursprungs ist und zu Räucherzwecken diente, damit verwechselt wurde. Schweinfurth meint aber, daß die in Yemen wild vorkommende A. vera L. schon in vorhistorischer Zeit ihrer medizinischen Eigenschaften wegen in Syrien, Ägypten, Griechenland verbreitet wurde. Sie ist sonst noch in Nord­afrika und auf den Kanaren wild und von da auch nach Spanien und Süditalien verbreitet und schon 1596 in Barbados eingeführt, wo man sie noch heute kultiviert.

Der Name Aloe soll vom hebräischen halal (glänzend), syrischenclwai, ahva, dem arabischen alloeh kommen. Halule . aber bedeutet anscheinend im ara-