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Wir haben eine Art mit kleinen Blättern und eine größere in Amani angepflanzt, jedoch entwickeln ■ sie sich nicht besonders gut, besonders nicht die kleinere, das Klima scheint hier noch zu warm und feucht für sie zu sein. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß die Kultur sich auf den höheren Gebieten unserer Kolonie ebenso einführen lassen wird wie auf Reunion, wo eine Menge Kolonisten in ihr einen lohnenden Erwerbszweig finden. Ob wir die gute Sorte überhaupt in Amani haben, muß sich erst heraussteilen.
8. Pogostemum Patchouli Pellet.
Die Patchuli-Pflanze gehört der Familie der Lippenblütler an, die so viele Gewächse mit ätherischen Ölen hat. Die Var. p ropria wächst wild und kultiviert im westlichen Ostindien und auf Ceylon, sie wird von den Indiern als pcholi, pachapat, panel, patcha, pacholi bezeichnet. Wahrscheinlich wird auch diese wilde Sorte in Indien benützt. Eine nur in angebautem Zustand. bekannte Var. suavis stammt ursprünglich nach der Meinung von Watt aus Südchina. Sie wird in großen Mengen auf der malayischen Halbinsel, in den Straits, Perak, Shylet, Penang, Java, etwas auch auf Mauritius, Reunion und in Zentralamerika kultiviert. Die Malayen nennen das Kraut pokonilam, bur-kalif, eine Varietät derselben in Singapore dhclum-wangi, das wilde Patchulikraut dhelum-outan; v. Hügel will die Pflanze bei Kanton wild gefunden haben.
Man sammelt das Kraut und trocknet es. In diesem Zustand wird es nach Europa, besonders Frankreich, exportiert und kommt auch massenhaft in die Bazare in Indien, wo man es zu Räucherungen und als Parfüm benützt. Die Araber lieben es sehr und stopfen sich sogar Kissen damit aus. Der Geruch soll Motten vertreiben, weshalb man die Kashmir-Shawls damit parfümierte, was man zur Täuschung der Käufer dann auch mit den imitierten Shawls machte. Der chinesischen Tusche wird dieser Geruch zugesetzt. Das Patchuliöl wird meist in Europa destilliert, wobei das trockene Kraut bis 4% Ausbeute gibt, während die Eingeborenen in Java nur 1 ’/ 2 % erzielen. Das Öl kostete in Hamburg per Kilo 1897 52—72 Mark, sein Preis schwankte zwischen 105 Mark (1887) und 34 Mark (1899). Den meisten Europäern ist der höchst aufdringliche Geruch sehr unangenehm, wenigstens den germanischen Nationen, bei denen man mit dem Geruch nach Patchuli immer den Gedanken an die Halbwelt verbindet. Schon in der Toilettenseife kann der Geruch unerträglich sein und haftet lange. Einige Leute legen das Kraut aber in Riechkissen zwischen die Wäsche.
In Assam und Khassia wird die ähnlich duftende Piectranthus Patchouli Clarke gewonnen, deren Kraut wahrscheinlich von Kalkutta aus auf den Markt kommt; auch Pogost emon comosus Hug, dilcm der Javaner, duftet ähnlich.
In Amani wächst das Patchuli-Kraut recht gut, seine Blätter duften beim Zerreiben intensiv. Wir haben es aber nicht im Großen kultiviert und deshalb auch noch kein Öl daraus gewonnen. Es ist aber festgestellt, daß die Pflanze