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Mauritius, den Comoren, Socotra, in Arabien, Ägypten, im tropischen Asien und Amerika wird sie gefunden und hier und da als Gewürzkraut gebraucht. Hier bei Amani steht die Pflanze in Mengen, und wir haben ein ätherisches Öl aus ihr destilliert, leider aber kein Gutachten über dessen W ert erhalten.
Man sagt, daß der Geruch der Ocimu «/-Arten Moskitos vertreibe; eine Zeitlang wurden Pflanzungen dieser Sorten sogar als Mittel zur Sanierung einer Gegend gegen Malaria infolge der Mückenvertreibung empfohlen, aber ohne viel Erfolg. Oc. suave Willd wird nach Merker’s Angabe von den Massai zum selben Zwecke als Räuchermittel gebraucht (ol antora). Oc. febrifugum Lindl soll in Usegua arachia heißen (Sacleux); Ocimum canum wird bei uns an der Küste kivtimbazi genannt.
Das als nana, mnanaa in Zanzibar wie fast in allen mohammedanischen Ländern, z. B. auch in Tunis, bekannte Kraut ist eine Mentha (sativar), die wohl von Arabern eingeführt wurde.
7 . Pelargonium odoratissimum Willd.
auch P. roseum Willd, P. radula Ait und P. capitatum Ait sind Arten der als Geranium oder Pelargonium bei uns bekannten, meist aus dem Kaplande stammenden Pflanzen, aus deren Blättern man ein Öl destilliert. Sie werden in bedeutenden Mengen in Algier, Tunis, Spanien, Südfrankreich, Korsika und auf den hochgelegenen Ebenen von Reunion kultiviert, wo man aus den grünen Teilen der Pflanze das Geranium- oder Pelargoniumöl destilliert, kurz vor Eintritt der Blüte, wenn die Blätter zu gilben beginnen, wobei man 0,15—0,33% erhalten soll.
Die Pelargonien überhaupt sind 1690 in Europa eingeführt, das ätherische Öl ist 1819 von Reclusin Lyon dargestellt, mit dem Anbau begann man aber erst 1847 bei Paris. In Algier ist die Kultur durch Chiris und Monk, in Valencia durch Robillard eingeführt. Ende der achtziger Jahre begann man mit der Kultur auf Reunion. (Gildemeister und Hoffmann.) Aus Algier sind 1900 8300 Kilo Öl nach Frankreich, 1140 Kilo nach Deutschland und 105 Kilo nach Italien ausgeführt. Für 1903 war die Ernte dort auf 15000 Kilo geschätzt. Die Zentren der Produktion in Algier sind Staoueli, die Ebene von Mitidja und Boufarik mit zusammen' ca. 500 Hektar. (Jahresbericht Schimmel, Oktober 1903.) Neuerdings soll die Kultur unrentabel werden bei zu niedrigem Preis des Öles.
In Tunis wird die beste Sorte von den Arabern atrochä, atrocheir, atherecha, von den Franzosen »Geranium senteur« genannt.
Im trockenen Gebirge sollte man auch bei uns diese Pflanzen mit Erfolg kultivieren können.