Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Varietäten davon, die zweien Gruppen angehören. Die Hauptmasse wird in Ceylon lanabatu genannt, das Ol derselben ist schlechter, die Ausbeute geringer, aber das Gras macht an Boden weniger Ansprüche und bedarf nicht des häufigen Verpflanzens, wie die andere Art. Der Umstand, daß man zum großen Teil diese Sorte pflanzt, soll zur Verschlechterung des Ceylon-Öles mehr als die Verfälschungen beigetragen haben (nach Joyasuriya, zitiert in Schimmers Berichten 1905). Die zweite Sorte, mahapangiri genannt, soll ursprünglich aus Malacca stammen und ein besseres und reichlicheres Öl geben, aber große Anforderungen an den Boden stellen und häufiges Verpflanzen verlangen. In Java und Singapore soll eine gute Sorte gebaut werden. Im Vollertrag will man in Ceylon 71 Pfund Öl auf dem mit 15000 (?) Pflanzen bestellten Acre erhalten, nach anderen Angaben 1620 Flaschen beim Sommerschnitt und 510 Flaschen beim Winterschnitt auf den Acre, die Flasche zu 22 Unzen. In Ceylon gibt es etwa 600 Destillieranlagen. Man führte dort 1887 550000 lbs., 1898 1360000 lbs., 1904 768000 lbs., 1905 855000 lbs. (nach Trop. Agric. Aug. 1905 sogar 1282471 lbs.), 1906 694000 lbs. von 4050000 Acres des Öles aus, das fast alles zur Seifenfabrikation verbraucht wird. Nach dem Bericht von Schimmel für 1905 liefern die vier Varietäten in Ceylon Öle verschiedener Beschaffenheit.

Von der malayischen Halbinsel sollen (1903) ca. 30000 lbs. von ca. 2000 Acres kommen.

Diese Grassorte haben wir meines Wissens in Ostafrika noch nicht.

e) Andr op 0 gon (Vetiv eria) äizanioides Stapf (muricatus Retz) enthält das ätherische Öl nicht wie alle die vorigen Arten in den Blättern, sondern nur in den Wurzeln. Die Art kommt wild im Küstenlande von Indien, im Pendschab, Coromandel, Mysore, Bengalen, Burma, Ceylon vor, es wird aber dort wie auch in Reunion, Mauritius, den Philippinen, Westindien, Brasilien und neuerdings in Ostafrika ebenfalls angebaut. In Indien wird es khas, cus-cus, bala , panni, vala, bcna, varelu usw. genannt, in den französischen Kolonien in Indien vctivcr , die Wurzeln (khas-khas, vetivcr) sind in den europäischen Apotheken als Radix anatheri, R. vetivcriac bekannt. Das ausgedehnte Wurzel­system duftet sehr stark; aus ihm fertigt man in Indien die vissary genannten Matten und Fächer. Besonders diese Matten kann man fast in jedem Hause in Indien in der heißen Zeit vor Türen und Fenstern hängen sehen, wo sie, stets durch Wasserüberguß feucht gehalten, Kühlung bringen und durch ihren Geruch Insekten abhalten. Kleine Partien werden in den europäischen Parfümerieläden verkauft zum Zwischenlegen im Wäscheschrank usw. Die hellbraunen Wurzeln werden meist ausgeführt, selten wird daraus das Öl in Indien destilliert, was in­folge seiner schweren Flüchtigkeit nicht leicht ist. In Amani kultivieren wir einige Tausend Pflanzen und haben auch das dickflüssige Öl daraus destilliert, das dem aus Reunion kommenden gleich geachtet wurde. Die Ausbeute soll 0,40,9 % geben. Die in Amani gewonnene Wurzel wurde auf dem Hamburger Markt