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Ceylon, in Singapore, im östlichen Archipel und neuerdings auch in Brasilien und St. Thome.
Es wurden von Ceylon 1883 1500 lbs. Öl verschifft, von den Straits-Settelments etwa 2000—3000 lbs. Das Öl wird zu Parfümeriezwecken und besonders zur Seifenfabrikation verwandt. Das wertvollere Lemongras-Öl soll oft mit dem weniger kostenden Citronellöl verfälscht werden.
Dieser Art nahe verwandt ist A. ( Cy mb 0p 0gon) flc xuo sus Stapf, das Citronellgras von Tinivelly und Travancore; von der Malabar-Küste wurden 1896/97 zirka 270000 lbs. Öl ausgeführt.
Schon 1888 sah ich im Garten des deutschen Klubs in Zanzibar und in der katholischen Mission in Bagamoyo Androp ogon- Gräser, die wahrscheinlich mit dem A. citratus verwandt waren und vielleicht aus Reunion eingeführt waren. In Amani sind einige hundert Pflanzen, die meist als A. citratus bezeichnet werden. Sie stammen von der nahen Kaffeepflanzung Derema der D. O. A. G., und ich möchte annehmen, daß diese sie auch aus Zanzibar erhielt. Das daraus dargestellte Öl ist nach den Berichten von S ch i m mel (1905) nicht mit dem indischen konkurrenzfähig. Ein in Kamerun destilliertes Öl glich der westindischen Sorte, die schlechter als die indische sein soll.
Es ist demnach anzunehmen, daß wir hier nicht eine gute Varietät des Grases haben, oder daß Standort und Klima sehr große Einflüsse auf die Qualität der Öle haben. Dies wird auch von mehreren Autoren vermutet, besonders z. B. für A. Schoenanthus. So bekam der Garten in Buitenzorg (Verslag 1903) Saat von angeblich A. Schoenanthus aus Indien, die daraus gezogenen Pflanzen und das Öl waren aber von den indischen verschieden. Ch. A. Sawer hat im »Chemist and Druggist 1904«, in einer mir leider nicht zugänglichen Arbeit die Androp ogon-G räser botanisch studiert und dabei große Variabilität gefunden. Nach den erhaltenen Ölen soll man durchaus nicht immer auf die Stammpflanze schließen können. Besonders variabel soll A. Schoenanthus sein, aber auch bei A. Nardus sollen Klima, Boden und Zeit des Schnittes einen großen Einfluß auf die Qualität des Öles haben.
Es ist somit wahrscheinlich, daß wir in Amani entweder eine schlechte Rasse des A. citratus oder A. flexuosus haben, oder daß die Art sich hier anders als in Indien verhält. Entschieden kann dies erst durch Importe neuer Pflanzen aus den Ursprungsländern oder durch lange Kulturversuche werden. Jedenfalls sollten wir diesen Androp ogon- Arten Aufmerksamkeit schenken, denn man kann sie eventuell mit Nutzen auf den für Kaffee unrentablen Bergländereien bei uns pflanzen.
d. Andropogon (Cymbopogon) Nardus Rcndle ist ein mit A. Schoenanthus sehr nahe verwandtes Gras, das im wärmeren Indien, Birma, den malayischen Ländern, in Ceylon, Afrika und Nordaustralien nur kultiviert als Citronella-Gras bekannt ist. Hauptsächlich in Ceylon wird es im Großen angebaut, wo etwa 17000 Hektar damit bepflanzt sein sollen. Man baut dort vier