Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
411
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ÄgyP tennidhareb, 7«7z«/z(Hedjas), bei den Indiern karancusa, kliavi, ghatyari, lamjak, jelesaya usw., in Persien ulfas-udwiyah, gor-giyah. Die Var.Iwarancvsa Blaue kommt außer in Ostindien auch in Ostafrika vor, in Abessinien, dem Sudan, Mossambik und Zambezi. Da in den Wüsten A. schocnanthus = A. lanigcr die Hauptnahrung der Kamele bilden soll, wurde das Gras im Altertum auch als foenum camelorum bezeichnet. Aus ihm wird das Kamelgrasöl genannte Öl destilliert, das aber wenig verwandt wird. Das Gras findet sich viel in West­afrika, in Abessinien, dem Sudan, in den küstennahen Gebirgen von Ostafrika, am Kilimandjaro usw., wo es bis 3 Meter hohe Blütenstände treibt.

In Hookefs »Flora of India« werden 7 Varietäten davon aufgezählt. Bei uns kommt sicher die Var. dcnsiflora mit kugeligen Blütenständen außer der gewöhnlichen Form vor. Die Blätter des Grases duften beim Zerreiben intensiv nach Pommeranzen. Die Eingeborenen wenden Abkochungen des Grases hier und da als schweißtreibenden Tee, besonders bei Brustschmerzen an. Die Massai behaupten, wie Merker angibt, daß die Kälber nach dem Genuß des ol godct onjugi genannten Grases an schwerem Durchfall erkranken. Das Öl aus unserem einheimischen Gras ist noch unbekannt.

b. Andr op o g on ( Cymbopogon) Martini Stapf findet sich wild in Afghanistan und Indien. In der Präsidentschaft Bombay (Distrikt Kandesh) wird aus diesem Gras in Mengen das Palmarosa- oder unechte Geranium-Öl destilliert mit 0,30,4% Ausbeute. Man nennt das Produkt auch Nimmar-Öl, Rusa-Öl, rose- gavat, roJiisha, Ginger-Öl. I111 Jahre 1879 wurden 3600 Kilo, jetzt etwa 20000 Kilo davon verschifft, und zwar besonders in die Häfen des Roten Meeres, von wo man es nach Ägypten, Konstantinopel etc. bringt. Es wird ebenso wie das Geranium- Öl als Surrogat für das teure Rosenöl oder zur Verfälschung desselben verwandt. Das Öl ist auch in Zanzibar als unechtes Rosenöl in den Indier-Läden erhältlich und wird von den Arabern, Indiern und Swahili, die sich das echte Öl nicht leisten können, gerne zu kosmetischen Zwecken verwandt. Es ist dies einer der vielen arabischen Wohlgerüche, mit den Sammelnamen marashi oder nukato (von kunuchsa = riechen) benannt.

Diese Art haben wir meines Wissens hier noch nicht angepflanzt oder aus­gebeutet. Da das Öl wenn es unverfälscht ist, ganz gut bezahlt wird, würde sich die Anzucht empfehlen, um zu ermitteln, wieviel Rente sie gibt. Man sollte aber die im Bezirke Kandesh angebaute Rasse zu diesem Zweck einführen.

c. Andr opogon (Cymbopogon) citratus Stapf ist nur inangebautem Zustand aus den meisten tropischen Ländern bekannt. Das daraus gewonnene Öl hat aber ganz andere Eigenschaften als das obige, indem es nicht Geraniol sondern Citral enthält, also stark nach Zitronen duftet. (Die Art ist auch mit A. nardus nahe verwandt.) Aus ihm wird das Lemongras-Öl des Handels dar­gestellt, das man auch indisches Verbena- oder indisches Melissen-Öl nennt. Man kultiviert dieses fast nie blühende Gras in Ostindien, außerdem auch auf