Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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barkolonie wird das Öl zum Bedarf für die Uganda-Bahn, die Ricinus ver. wenden soll, noch aus Indien importiert. Neuerdings wird aus den Ricinus- Samen ein Ferment zur Spaltung von Fetten, zur Zerlegung der Fette in Pett- säure und Glyzerin hergestellt, aber diese Fabrikation kann auch nicht mehr als etwa 14 Mark für den Dz. in Hamburg zahlen.

Die Einfuhr in Hamburg war 1885 für 314000 Mk., 1895 für 688000 Mk.,

1904 21 221 Dz. im Werte von 1210660 Mk.

1905 22313 1288000

1906 27300 ,. ,, ,, ,, 1668590 ,,

1907 3405S ,, ». >- » 2227270

und zwar nur an Öl, das von England, Belgien, Frankreich und etwas von Italien kam. Die Einfuhrzahlen für Ricinus-Szzt sind mir unbekannt.

Daß das Öl auch für die Eingeborenen nationalökonomisch eine sehr ge­ringe Rolle spielt, erwähnte ich schon. Zur Beleuchtung wird es seit der massen­haften Einführung von Petroleum kaum noch gebraucht, aber die wilden Stämme im Innern schmieren damit ihren Körper ein, nachdem sie es mit rotem Lehm versetzt haben. Ganz besonders die Massai können ohne dies Kosmetikum schlecht leben, das auch in die Haare in triefenden Mengen appliziert wird.

Eine ausführliche Zusammenstellung über Ricinus hat Prof. Z i m m erma n n in Band I des »Pflanzer« gegeben.

10. Rhus succedanea L.

Der mit unserem Perrückenbaum verwandte, zu den Anacardiaceae ge­hörige Baum liefert das sogenannte vegetabilische Wachs aus Japan, das aber nicht aus Wachs, sondern aus Palmitin besteht. Die Fettmasse wird aus den Früchten gewonnen sie bedeckt die Kerne mit einer Schicht und heißt in Japan ro, während der Baum haze-no-ki, ro-no-ki genannt wird. Dies Fett hat die Eigenschaft, nicht ranzig zu werden und ist demnach außer zur Seifen- und Kerzenherstellung als Schmiermittel geschätzt, wozu aber, da es konsistent ist, besondere Schmiervorrichtungen an den Maschinen gehören. Man sagt, daß ein erwachsener Baum in Japan bis 90 Kilo dieses Fettes liefert. Die Gesamtpro­duktion in Japan wird auf 310 Millionen Kilo geschätzt, von denen über zwei Drittel im Lande verbraucht werden.

Auch in Indien hat man den dort kakarsing, karkatasringi genannten Baum angepflanzt und gewinnt davon, wie in Japan, ebenfalls die Gallen, die mit denen von Tamarix integcrrima gleichen Namen haben.

In Amani haben wir eine ganze Anzahl dieser Bäume angepflanzt, aber bislang noch nicht ausbeuten können.

11. Sapium sebiferum Roxb.

Der chinesische Talgbaum, zu den Wolfsmilchgewächsen gehörig, ist in China heimisch und wird dort viel angebaut, ebenso auch in Indien, Cuba, Süd-