393
zogen. In Indien klagte man vor einiger Zeit über Verschlechterung der Ernten und Degenerierung der Saat; nach Düngung und Einfuhr neuer Saat soll sich das gehoben haben, auch hat dort ein Pilz und ein Insekt viel Schaden gemacht. Seit einiger Zeit ist bei uns im Bezirk Lindi eine Krankheit bemerkbar gewesen, durch welche die Ausfuhren dort, —■ anstatt wie nach den bebauten Arealen gehofft — zu steigen, im Gegenteil stark gesunken sind. Infolge dieser Krankheit, die sich im Februar 1905 zuerst zeigte ging die Ausfuhr von M. 80908 im Jahre 1903/4, auf M. 39796 in 1904/5, auf 17787 M. in 1905/6 und 20798 M. in 1906/7 herunter. Professor Zimmermann untersuchte die Erscheinung, konnte aber weder physikalische Störungen, noch Krankheiten feststellen, die von tierischen oder pflanzlichen Parasiten verursacht wurden; er hält bis zu ferneren Versuchen mit Kultur des kranken Materials es für eine Krankheit, die mit der Mosaik-Krankheit des Tabaks, der Kräuselkrankheit des Maniok und der infektiösen Chlorose der Malvaceen verwandt ist, deren wohl ultravisible Krankheitserreger man noch nicht nachweisen konnte.
Bei den kranken Pflanzen liegen die Seitenzweige nicht wie gewöhnlich dem Boden an, sondern streben in die Höhe, so daß kugelige Büsche und deshalb sehr wenig Früchte gebildet werden, weil die Blüten den Boden nicht erreichen. Da die Krankheit offenbar infektiöser Natur ist, so darf man von den kranken kein Saatgut nehmen und sollte die verseuchten Felder mehrere Jahre lang nicht mit Erdnüssen bestellen. Bei fernerer Ausbreitung der Krankheit würde der Export, der für unsere Handelsbilanz schon ziemlich ins Gewicht fällt, schwer bedroht werden, denn fast alle Länder längs der Bahn und große Gebiete am Victoria-See könnten Erdnüsse liefern, die schon nach vier Monaten eine Ernte geben. Sie sind für die Eingeborenen-Kultur ganz außerordentlich wichtig, wenn es sich darum handelt, ein Produkt zu erzielen, das Verkaufswert hat und für das Deutschland in großem Maße noch aufnahmefähig ist.
4. Guizotia abessinica Cass.
deren Same, — von den Engländern Niger sced genannt, — Ol liefert, ist eine ziemlich hoch werdende, in Abessinien heimische Komposite, von der zwei nahe verwandte Arten (G. Schultsii und G. bidentoides) auch in unserem Gebiet gefunden sind. Die in Abessinien nuhk, nchuk, nhok, von den Bilin clhongui genannte Pflanze wächst dort in höheren Regionen. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, daß sie auch bei uns in den Höhen des Zwischenseengebiets, die für Sesam usw. nicht geeignet sind, gute Resultate geben wird, zumal dort die erwähnten Verwandten wild Vorkommen, (z. B. bei Bukoba und im Niassa-Land). In Indien wird diese wohl aus Abessinien eingeführte Pflanze unter dem Namen kalatil, ram-til, surguja, kerani kultiviert, das daraus gewonnene Öl soll sehr billig sein und auch wohl nach Ostafrika ausgeführt werden.