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Magensäure abstumpfen, vielleicht auch aufschließend auf die Nuß wirken. Das ganze wird milde narkotisch-stimulierend wirken, daneben durch starke Speichelabsonderung und der Kalk auch diätetisch. Der Betelkauer hat einen Atem, der an Lakritzen und Fenchel erinnert.
In den Tälern von Ost-Usambara, besonders an schattigen Stellen des Sigi- tals, findet sich massenhaft eine Pfefferliane, die von den Negern wie der echte Betelpfeffer benützt und auch ebenso benannt wird. Unterhalb von Nderema gibt es sogar einen »Mto ya tambuu« = Betel-Bach, auch bei Segoma soll die Art viel wachsen. Die Leute schicken von der Küste her und lassen die Last Blätter für V 2 Rup. kaufen. Sie behaupten, daß der Geschmack der Blätter genau denen der in Zanzibar kultivierten Art gleiche, daß die Kulturform nur etwas mehr rötliche oder bräunliche Blätter habe. Dieser wilde Betel trägt im Oktober etwa 4—5 cm lange Blütenstände, die fahlhellgelb aussehen, kleine schwarze Punkte deuten die Stellen der braunschwarzen Blütennarben an.
Die Pflanzen wachsen hier mit allen Zeichen der Indigenität, trotzdem ergab die botanische Untersuchung nach einem Brief von Geheimrat Professor Engler, daß es sich um die echte Betelpflanze handelt. Es werden demnach aus Kulturen entsprungene Pflanzen sein, die hier ein sehr günstiges Gedeihen fanden und verwilderten. Da nun der Überlieferung nach hier keine Indier vor langer Zeit ansässig waren, wohl aber die Perser weit ins Land hinein Siedelungen hatten (Pomeranze usw.), glaube ich auch, daß die Perser im g. —15. Jahrhundert die Pflanze eingeführt haben.
Dr. Schellmann hat aus dieser »wilden« Art ein helles Ol destilliert, das ganz eigenartig nach einem Gemisch von allen möglichen Gewürzen riecht, man glaubt Anis, Petersilie und andere Suppenkräuter sowie Pfeffer darin zu erkennen.
8. Theobroma Cacao L.
Der Kakaobaum ist in den Küstenländern und Inseln des Mexikanischen Busens sowie am Orinocco und Magdalenenflusse heimisch, scheint aber vor der Entdeckung Amerikas dort nur in Mexiko zur Bereitung des chocolatl genannten Getränkes benützt zu sein. Die Bezeichnung cacaua , cacaguatc stammt ebenfalls aus Mexiko.
Der Baum ist in der Kultur sehr empfindlich, und nicht viele Gegenden in den Tropen sind dafür geeignet. Wärme, Luftfeuchtigkeit, Windschutz, tiefgründiger, sehr fruchtbarer Boden müssen Zusammentreffen, um sein Gedeihen zu gewährleisten.
In Ostafrika hatten Ende der 80er Jahre die katholischen Missionare in Bagamoyo einige Kakaobäume gezogen, die auch damals schon Früchte gaben. Wahrscheinlich stammte die Saat von Reunion. Aber es blieb bei wenigen Exemplaren, da die Umgegend dort sich nicht für diese Pflanze eignet. Etwa 1893 wurden dann in der Pflanzung Nderema, Ost-Usambara, einige Bäume ge-
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