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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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3 bis 10 bräunliche, innen rosarote Samen in einer rosa oder gelblichen Pulpa. Manche Früchte werden vielleicht auch der Pulpa wegen gesucht.

Wahrscheinlich werden, wie Warburg in Englers Pflanzenwelt Ostafrikas bemerkt, mehrere Arten dieser interessanten Gattung in den Wäldern unserer Westgrenze Vorkommen.

Eine noch nicht genau bestimmte Art, C. clavata Mart, stammt aus dem Mosambikgebiet (S c h a m o).

5. Ilex paraguariensis L.

Die Blätter dieses Strauches werden in Südbrasilien, Paraguay, Argentinien als Ycrba matc gesammelt, um daraus ein Getränk herzustellen, das jedoch trotz aller damit gemachten Reklame in Deutschland noch wenig Anklang findet. In seinem Heimatlande ist es ein unentbehrliches Genußmittel für jedermann.

In Amani haben wir einige hier aus Samen gezogene Pflanzen, die ganz gut gedeihen.

6. Nicotiana Tabacum L. und N. rustica L.

Über die Geschichte der Tabakspflanze sind alle erhältlichen allgemeinen Daten mit Benützung der ganzen Literatur von Comes zusammengestellt,*) so daß ich mich hier kurz fassen kann. Trotzdem mehrfach z. B. von Becker**) Versuche gemacht sind, zu beweisen, daß die Sitte des Tabaksrauchens schon seit dem grauen Altertum bekannt sei und aus der »alten Welt« stamme, sind sich die Botaniker und Kulturhistoriker heute darüber wohl einig, daß dies Reizmittel aus Amerika eingeführt ist und unserem Kulturkreis demnach vor dem Ende des 15. Jahrhunderts völlig unbekannt war. Mit Ausnahme der Nicotiana suavcolcns (= lV. und ul ata V ent) , die in Australasien heimisch ist, dort von den Eingeborenen aber nur zum Kauen und nie zum Rauchen benutzt wird, sind alle Arten der Pflanzengattung Nicotiana auf dem amerikanischen Kontinent heimisch, und zwar scheint von den Hauptkulturarten die N. rustica mit den gelben Blüten in Mexiko, dem nördlichen Teil von Zentralamerika, vielleicht auch Florida oder Californien ursprünglich heimisch gewesen zu sein und sich von dort schon vor der Entdeckung Amerikas im Norden des Kontinents verbreitet zu haben, während N. Tabacum mit den blaßvioletten Blüten wahrscheinlich ihre Urheimat in Zentral- und Südamerika, besonders wohl in Equador hatte.

Alle Berichte der alten Klassiker über Rauchen und Räucherungen sind nicht auf Tabak zurückzuführen, es wird sich um Cannabis , um Mentha, Origanum usw. oder auch um die vielen Aromatica gehandelt haben, die im Kultus des Altertums eine so sehr große Rolle spielten. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß früher viele Völker den Rauch von Pflanzenstoffen als Narcoticum benützten und den Gebrauch sogar bis zur Betäubung trieben, ja daß sie sich dabei auch

*) O. Comes, Histoire, geographie, statistique du Tabac 4 0 . Naples 1990.

**) L. Becker, Wie raucht die Menschheit und seit wann? Natur Bd. XXX 1881 und andere Arbeiten.