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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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sein, die von Bengalen, Japan und Westafrika zu folgen. Die afrikanischen Pro­venienzen und besonders auch alle schwarzen, nicht geschälten Sorten werden zur Destillation von Ingweröl verwandt, von dem 23% darin enthalten sind.

In London notierten Lewis & Peat im Oktober

1907 für Bengal Ingwer 27 sh pro ctw.

,, Calicut 6885 ,, ,,

,, Cochin ,, 3041 ,, ,,

,, Japan ,, 28 V 2

: Man sieht daraus, wie stark die Unterschiede in den Qualitäten sind.

Wie groß die Gesamtproduktion an Ingwer ist, läßt sich schwer sagen: Ich finde:

Export von Britisch Ostindien ca. 10 Millionen Pfund ,, ,, Jamaica 11,9

,, ,, ,, Sierra Leone ,, 11,8 ,, ,,

,, ,, ,, China ,, 1 ,, ,,

(an kandiertem Ingwer).

Es werden demnach, wenn man die hier nicht aufgeführten Produktions­länder (Japan, Inseln von Westindien usw.) mitrechnet, wohl sicher 17 Millionen Pfund Ingwer gehandelt, der Import von England soll 1880 etwa 4,9, 1897 10 Millionen Pfund gewesen sein. Sehr große Mengen dieser Wurzel werden aber in Indien usw. konsumiert, die nicht zur Ausfuhr gelangen.

24. Anhang.

Als Gewürze kommen verschiedentlich in den ostafrikanischen Indierläden vor:

Ziiufibev Zerumbet Itoseoe, inaha, back oder kachur der Indier, in Ceylon walingum, bei den Malayen lampujan , lampu-jang, lampu-pait genannt. Die Pflanze stammt aus Indien, wird aber nur noch kultiviert angetroffen.

Hedi/chium splcatam Jtam. kapur-kachri, siruti. shcduri, kachuri der In­dier, aus dem Subtropischem Himalaya, auch kleiner Galgant genannt. Die kleinen weißen Scheiben dienen aber mehr als Parfüm, und sind in den Läden als katschclc erhältlich. A. Ipinia officvnavnm Ha-nee wächst wild an der Südküste der Insel Hainan. Die Wurzeln sind seit dem frühen Mittelalter in Europa als Galgant, Galanwurzel, Galban bekannt, wohin sie wohl durch Ver­mittelung der Araber kamen. Ibn Chordadbah nannte schon richtig als Her­kunftsort Sela, also China. Die Drogue heißt im alten Chinesisch kiang-liang, daraus machten die Araber cholandschan, kullcndjan, chalindschan, die Indier ko- landjan, kulijan, kalcnga. Sie heißt in Indien aber auch rattai, bei den Malayen languas, lankwas. Dies wird aber wohl der Name für Alpinia Galanga (L.) Swartz sein, die von den Mollukken bis Vorderindien wächst und den i> großen Galgant « liefert, der aber nur selten nach Europa in den Handel kommt.