X. Die Gewürze.
1. Amomum- Arten.
Dem Kardamom*) verwandte Gewürze kommen von folgenden Pflanzen:
Amomum cardamomum L., in Siam und Java wild und kultiviert. Die Früchte kommen nicht nur einzeln, sondern auch zu ganzen Fruchständen vereint traubenförmig in den Flandel, in Java sollen sie kapol, kapul, bei den Malayen kapa-laga heißen. Besonders beliebt scheinen sie in China zu sein, wo man si e peh-tau-kau, tung-po-tau, to-kuli nennt und wo unter der Sung-Dynastie (5. Jahrhundert, oder 10. —12. Jahrhundert? 2te Sung-Dynastie?) der Dichter Sei- tung-po sich nach dem Kardamom benannt haben soll.
A. subulatum Roxb. Die Früchte werden als »große oder Nepal-Kardamom« bezeichnet. Die Pflanze wächst wild in Bengalen und Nepal, scheint für den Welthandel nicht viel in Betracht zu kommen, aber in Indien und anderen östlichen Ländern viel konsumiert zu werden. Im Sanscrit soll sie außer cla noch brihal-upakun-chika heißen, in Indien bari-ilachi, elcho, moto-ilachi (moto auch bei den alten Klassikern für eine Varietät von Zimmt, das Wort moto, motu kommt auch noch sonst bei indischen Produkten vor), morung-clachi (nach den Morting- Bergen), bei den Tamilen pcriya-yelak-kay, kattu-yclak-kay, bei den Telegu pedda- ycla-kayalu, adaviyela-kaya, auf Arabisch qakilahe-kibar, hcl-zakar, auf Persisch quakilhahe-halan, qaqalahc-zakar.
A. xanthioides Wall., aus Hinterindien und Siam, soll in Singapore und China als Medizin gebraucht werden, auch auf den indischen Bazaren zu haben sein. Man nennt die Früchte auch Bastarcl-Kardamom. Nach China sollen jährlich 400000 Kilo importiert werden.
Wahrscheinlich werden noch die Früchte von einer ganzen Reihe von Arten verwandt. Die afrikanischen Arten sind von Schumann zu einer Gattung Aframomum zusammengezogen, deren dicht am Boden sitzende Früchte große spitz ausgezogene Gebilde sind, die reif und frisch meistens rote Farbe haben.
j Das Kardamom des Handels wird unter Eletteria behandelt.