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die sehr bedürfnislos ist, an dem überall wachsenden Capsicum genug hat, um ihren Gaumen zu kitzeln.
Die Gesamtweltproduktion ist nach Semler etwa 35 Millionen Kilo, das wichtigste Produktionsland ist Sumatra, der Hauptmarktplatz Singapore, von wo auch 3—4 Millionen Kilo nach China gehen. Hamburg importiert jetzt etwa 50—70000 Dz., 1840—1850 nur 7000 Dz. Der Doppelzentner kostete bei der Einfuhr in Hamburg früher 50—70 Mk., ist aber in den letzten Jahren auf 100—119 Mk. gestiegen. Weißer Pfeffer ist immer 30—40 Mk. teurer.
In .Anrani haben wir eine ganze Menge von Pfefferlianen; oben in den Bergen gedeihen sie der Kälte wegen schlecht, aber im Sigital kommen sie ganz gut fort, haben aber noch nicht fruktifiziert. Auch einige Privatpflanzungen in der Ebene haben sich mit dieser Kultur beschäftigt. Segoma hatte z. B. 5000 Pflanzen im Jahre 1907, die aber noch nicht trugen. Sehr große Flächen werden wir nicht haben, die für diese Pflanze geeignet sind, welche sehr viel Feuchtigkeit, Wärme und besonders Windschutz nötig hat. Da die Preise des Produkts aber hoch, so ist es sehr gut möglich, daß in geschützten Tälern oder in Waldlichtungen, sofern sie die natürlichen Bedingungen für diese Pflanzen bieten, einige kleinere Unternehmungen Geld mit dieser Kultur verdienen können. Für eine Massenproduktion kommt aber unser Gebiet kaum in Frage, während Kamerun offenbar die besten Aussichten dafür bietet.
21. Vatiilla planifolia Andr.
Die Vanille ist eine Orchidee, welche mit Hilfe von Luftwurzeln an Stützbäumen in die Höhe kriechen kann, ihre Nahrung aber ausschließlich aus dem Boden bezieht. An jeder leichten Knickung des »gegliederten« Stengels sitzen flache, längliche, dickledrige Blätter. Aus den Winkeln kleiner grüner Deckblätter kommen Trauben von gelblichgrünen, großen Blüten heraus, aus denen die bis 23 cm lang werdenden Früchte (Kapseln) entstehen, die zuerst grün und geruchlos sind und erst durch Abtöten in heißem Wasser, Fermentieren und Trocknen ihre dunkelbraune Farbe und ihren schönen Vanille-Geruch erhalten. Die Heimat der Pflanze ist das tropische Amerika, besonders die feuchten Urwälder der Küstenregion von Zentralamerika, und stellenweis südwärts bis Brasilien.
Im alten Mexiko wurde die Vanille schon von den Azteken unter dem Namen tlilxochitl als Zusatz zum Kakao verwandt, welchen Gebrauch die Spanier also vorfanden. Der gebräuchliche Name Vanille stammt von Ximenez, der das bisher benützte siliqua (Hornfrucht wie das »Johannisbrot«) mit vainilla übersetzte.
Die Pflanze wurde 1819 nach Reunion durch Perrotet von Cayenne aus eingeführt, die Kultur dort aber erst ausgebreitet, nachdem Morren 1837 die künstliche Befruchtung der Blüten in Lüttich gefunden hatte. Die Entdeckung derselben durch den Negersklaven Edmond Albius, die auch ich erwähnte