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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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popal, die Tamilen pipili, tippili, pippalu, pippali, die Perser pipal, pilptl, maghas- pipal, filfil-daras, filfil-dray, die Araber dar-filfil (»Pfefferholz«), in Turkestan darö-filfil, die Malayen cliabayjawa, die Chinesen pih-poh-muh. Tür P. offici- tiarum die Malayen lada-pandjcmg.

Von den Indiern wird der Stamm und die Wurzel dieses P. longum in kleinen Stücken als Medizin (pippula-moola , in Turkestan filfil-mujah r) sehr ge­schätzt.

Aus dem Umstand, daß nur die aus pippali abgeleiteten Worte verbreitet wurden, und daß in Indien nur diese Art mit diesem Namen bezeichnet wird, kann man vermuten, daß die Alten, besonders die Perser, zuerst nur diesen langen Pfeffer kennen lernten, und daß wahrscheinlich diese Art auch in Indien die zu­erst benutzte und in weiteren Distrikten einheimische war.

Von Singapore und Penang sollen jährlich noch etwa 600000 Pfund des langen Pfeffers verschifft werden, das meiste wohl für östliche Häfen, und viel wird offenbar im Lande selbst konsumiert.

Nachdem Periplus wurde pepeli von Barugaza (langer Pfeffer), von Mouzi- ris und Nelkunda (Kotonarike-Pfeffer) ausgeführt, (cf. Mac Crindle S. 28). Pli- nius, Dioscorides kennen ihn. Heyd (II S. 640) meint, daß langer Pfeffer von P. offininarum käme. Nicola Conti erwähnt ihn von Sumatra, Garcia delOrto u. a. von Bengalen.

20. Piper nigrum L.

Der schwarze und weiße Pfeffer wächst an kletternden Lianen mit ledrigen, breiteiförmigen Blättern, die 57 Nerven haben. Die spindelförmigen Blütenstände gehen von den Knoten der oberen Triebe aus und sitzen immer einem Blatt gegenüber. An ihnen entstehen bis 30 erst grüne, dann rote Samen. Unreif abgepflückt und getrocknet geben sie den schwarzen Pfeffer, ausgereift und durch Reiben von den äußeren Fruchthüllen befreit, den weißen Pfeffer des Handels.

Es ist sehr schwer, die ursprüngliche Heimat dieser jetzt in vielen feuchten Gebieten der Tropen kultivierten Pflanze festzustellen. Gewöhnlich liest man in den Handbüchern, daß Südindien, besonders die Malabarküste, ihre Heimat gewesen sei. Hooker schreibt in seiner »Flora of British India«, daß die Pflanze in den Circars, also im Gebiet des Kistna, Godavery und Gondikama, heimisch sei, möglicherweise auch noch in Assam und Malabar. Als wilde Form der Pfeffers beschrieb man unter dem Telegu - Namen mirial-tiga aus den Circar - Bergen P. trioecum Roxb., die aber nicht spezifisch von P. nigrum abweichen soll. Dieser wilde Pfeffer soll von Madras exportiert werden. Thwaites in seiner »Flora of Cey­lon« schreibt, daß die Art in Ceylon überall angebaut sei, »but very doubtful native«. C. de C an dolle im »Prodromus« gibt als Heimat an: West-Borneo (an cult.?), Luzon, Sumatra, Java, Singapore, Penang, Nepal, Malabar; Sadebek