Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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als sie selbst sind. Die hiesige Art läßt sich offenbar genau so wie der Guinea- Pfeffer benützen, die Pflanze steht zwar dem Cubcbcn-Pfcffcr botanisch sehr nahe, enthält aber kein Cubebin. Wo im Mittelalter der schwarze Pfeffer noch recht teuer war, benützte man alle Surrogate; schon 1364 wurde der Guinea-Pfeffer von Kaufleuten aus Rouen und Dieppe von der Körner- oder Pfefferküste Westafrikas, dem heutigen Liberia, geholt, die Portugiesen brachten ihn 1485 als pimicnta do rabo von Benin (Flückiger). Aus dem europäischen Handel ist dies Produkt fast verschwunden, seitdem man billig den schwarzen Pfeffer erhält.

18. Piper sp.

Auf den Mark 1 : in Bagamoyo kommen seit langer Zeit bisweilen Frucht­stände einer Piper- Art, die ungefähr denen des P. longum insofern gleichen, als die Früchte in den Fruchtstand eingesenkt sind, der oft 20 cm Länge er­reicht bei nur 34 mm Dicke. Schon 1891 wurden diese Fruchtstände aus den Nguru-Bergen von Vogler und Frere Oscar eingesandt (Warburg in Englers Pflanzenwelt Ostafrikas), und vor einigen Jahren kamen solche zur Be­gutachtung vom Zollamt in Bagamoyo an das B. L. I., jedoch war es bislang nicht möglich, die botanische Art festzustellen. Eine kommerzielle Bedeutung hat dieser Pfeffer noch nicht erlangt.

19. Piper longum L.

(Chavica Roxburghii Miq.) Der lange Pfeffer kommt für den Handel kaum noch in Frage, er ist bei uns in Ostafrika noch nicht kultiviert, aber ich muß ihn hier wegen seiner Bedeutung für die Handelsgeschichte erwähnen. Es ist ein kleiner Baum oder Strauch, der in Ost-Nepal, Assam, Khassia, Bengalen, westlich bis Bombay, südllich bis Travancore, wild oder kultiviert vorkommt, Trimen erwähnt ihn für Ceylon nur kultiviert. Östlich soll er durch den Sunda- Archipel bis zu den Philippinen wachsen. Die nahe verwandte Art P. offici- narum PC. ist aus dem Suncla-Archipel von Celebes bis Sumatra bekannt. Von dieser Art haben wir auch in Amani ein Bäumchen, das zwar blühte aber noch keine Früchte gab. Die Früchte dieser Arten sind in die Ährenspindel eingesenkt und mit den schildförmigen Deckblättern verwachsen, so daß die ganzen, langen Fruchtstände auf den Markt kommen, die der. Sorte den Namen »langer Pfeffer« gaben und die, wie beim schwarzen Pfeffer erwähnt, schon im Altertum bekannt waren. Heute sind sie vom europäischen Markt wohl ganz verschwunden, bei den Orientalen aber ihrer großen Schärfe wegen immer noch sehr beliebt. Es war der piper longum, peperi makron der Alten. Ich habe bei Watt und Balfour folgende Sanscrit-Bezeichnungen dafür gefunden: pippalu, krishna, kana, upukalya, indchi, magudhi, chupula, kuna, lishuna, ko/a, shoundi. Die heutigen Indier sollen sagen: pipal, pipula, gas-pipal, pipli, pipulmul, pipnl.