Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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demnach die neueingeführten Kerne nach den bereits bekannten, aber die Bezeichnung manga deutet darauf hin, daß die Araber sie einführten. Mit dem richtig arabischen Namen ist aber die macis bekannt, dieser im frischen Zustand schön rosenrote Arillus der Nuß, der basbasi genannt wird, im arabischen bcsbcse, bisbcsc, befbasc*) (die richtige Schreibweise ist bisbasa). Dagegen nennen die Araber die Nuß dschaus-bmva, gauz-bauwa auch gauz-ut-tib (tib Wohlgeruch), persisch jouz-boya, afghanisch jouza-bia. Ganz, dschaus ist Nuß, bu oder bui ist im persischen Wohlgeruch, man sagt also in allen diesen Sprachen »wohl­riechende Nuß«.

Wann die Muskatnuß in Ostafrika bekannt wurde, habe ich nicht feststellen können, Strandes erwähnt sie nicht unter den Gewürzen, die den Portugiesen bei ihrer Ankunft gezeigt wurden. Und aus dem Worte kungu-manga ist zu schließen, daß sie erst zur Hauptzeit der Maskataraber eingeführt wurde, denkbar aber auch früher. Sie ist bei Arabern und Indiern recht beliebt und gilt besonders als Aphrodisiacum. Wieviel hier eingeführt wird, läßt sich bei der Zusammen­fassung der verschiedenen Gewürze in der Zollstatistik nicht ermitteln. Der Import wird durch Indier vermittelt, wohl durchweg über Bombay. Hamburg führt jährlich je für 2300000 Mk. Muskatnüsse und Muskatblüte (Macis) ein, neuerdings (1906) den DZ. zu 206 beziehungsweise 277 Mark.

L e w i s & P e a t in London notierten Okt. 1907 für Muskatnüsse 5 '/ 2 d bis 1 sh 6 d pro lb., je nach Herkunft und Größe, für Macis 1 sh 3 d bis 2 sh pro lb., für solche aus Ivarrachee aber nur 33 3 / 4: d. Die letztere stammt sicher von einer anderen Pflanze.

Im Innern von Afrika, im Waldgebiet, wächst ein wilder Muskatnußbaum (Py cnanthus Schw einfurthii Warb.), so bei Bukoba und am Tanganika, deren Kerne im frischen Zustand aromatisch sind und im Innern bisweilen als Gewürz verwandt werden. Getrocknet verlieren sie das Aroma bald und sind demnach nicht exportfähig. Sie enthalten aber 72% gutes Fett.

In Usambara wächst eine andere Myristicacee, Cep ha 1 0 sp ha er a (Brocho- ncura) usambarensis Warb., bei Bulwa mzingamadile, meist aber mtambala genannt, deren Früchte, welche nur einen kleinen Arillus haben, nicht aromatisch sind, aber ebenfalls Fett enthalten.

15. Nigella sativa L.

Der Schwarzkümmel hat mit unserm Kümmel keine botanische Verwandt­schaft, es ist vielmehr eine Ranunculacee, und die schwarzen, scharfkantigen Samen lassen sich von denen des Kümmel leicht unterscheiden. Die Pflanze ist

*) Der Fenchel, Foeniculum vulgare, wird von arabisch-persischen Autoren nach D ragen dorff bisbäs genannt und soll in alt-ägyptischen Papyri vielleicht auch bisbis heißen. Liegt hier vielleicht ein allgemein alter Ausdruck für Gewürze vor? War bürg konnte die Ab­stammung' des Wortes bisbasa für die Macis nicht erklären.

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