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11. Curcuma Zedoaria Roscoe.
Eine der Kurkumc nahe verwandte Zingibcraccc liefert in ihren Rhizomen die Zittwerwurzel, die als Gewürz und Medikament — in Europa jetzt nur zu letzterem Zweck — dient. Sie wird jetzt meist in Ceylon von Farbigen kultiviert und kommt über Bombay in den Handel. Wild ist die Pflanze im östlichen Himalaya, in Ceylon und Hinterindien gefunden. In Pluropa ist die Wurzel seit dem 6. Jahrhundert (Aetius) bekannt.
Das europäische Wort zittwer, zitbar, zcrumbct kommt aus dem persischen zarambad, das zedoaria aus dem arabischen judwar, zadwar, djeduar, dschadwar, und es ist anzunehmen, daß die Kunde der Drogue durch Araber oder Perser nach Europa kam.
Im Sanscrit sagte man sati, karchura, im heutigen Indien shuti, bavhaldi, karchur-ojtiH, sati, kathura, kachura ,*) bei den Tamilen kapur-kichili, kasturi-manjal, den Telegu kichli-gadda, kusthuri-pasiipu, den Singhalesen wal-kaha, den Malayen tomon, in Burma tha-nu-wcn, in China thien-chuh-kan-kiang, aüf Arabisch zcram- bad, zadwar, viahfirfecn, dschadwar, zarwar, zadawar, thwarah, in Turkestan zarnabad, in Persien jadwara-khatai, auf der Halbinsel Malakka tamu-lawas. In Indien wird die Knolle mit dem Holz von C e a s a Ipinia Sappati zusammen zerrieben als abur, phag und in Gestalt von rotem Pulver bei Festlichkeiten verstreut.
12. Elettaria Cardamomum White et Matoti ist die Stammpflanze des meisten im Handel befindlichen Kardamoms, des sogenannten runden oder kleinen Kardamoms. Es ist eine in Südwest-Indien, an der Malabarküste, in Travancore wildwachsende und in Halbkultur befindliche Zingiberacee, die man in Ceylon, Westindien und sonst in den Tropen auch kultiviert. Nach Schumann ist davon der lange Kardamom als E. major Smith, spezifisch verschieden (»Zingiberaceae« in Engler's Pflanzenreich IV. 46. 1904), die in Ceylon wild wächst und ein weniger geschätztes Handelsprodukt gibt. Aus einem knolligen Rhizom kommen die bis 3 m langen Blätter und die Blüten und Früchte tragenden etwa spannenlangen Stengel heraus, an denen die kleinen, dreikantigen, ledrigen Kapseln reifen, die kleine Samen enthalten. Die Kapseln sind die Kardamomen des Handels.
In Indien wurden diese Früchte vermutlich in recht früher Zeit benützt, sie finden sich in Susruta als ela genannt. Da aber das Alter der indischen medizinischen Literatur nicht sehr groß ist, kann man genaueres über die Zeit des Gebrauchs in Indien nicht angeben. Vielfach meint man, daß die von Theo- phrast und Dioscorides erwähnten kardamomon und amomon dies Gewürz ist, doch ist das, wie Flückiger sagt, ebensowenig festzustellen, wie die Be-
*) Als kachur werden auch noch die Knollen von Hcdychium spicatum und Zingiber zerumbet bezeichnet.