Indien eingeführt wurde, daß die Araber ihn seit langem als bevorzugtes Hauptgewürz kannten und daß beide ihn hier in Ostafrika einführten. Die Indier nahmen sich dann des Handels mit ihm an. Wie alle Umbelliferen wird er hier aber kaum gebaut, diese Pflanzenfamilie ist überhaupt sehr spärlich in Ostafrika vertreten, aber Versuche haben gezeigt, daß die Art ganz gut in Amani wächst, und es ist anzunehmen, daß sie auch in den Hochebenen des Zwischenseengebietes usw. gedeiht. Ob die Kultur sich aber rentieren wird, weiß ich nicht, denn viel Wert wird diese Drogue nicht haben.
Es ist offenbar das in der Hamburger Einfuhrstatistik als »Spießkümmel« auf
geführte Gewürz, und von dem dort eingeführt sind:
1903 5185 Dz. im Werte von 213700 Mk. per Dz. 41,22 Mk.
1904 4646 „ ,, ,, ,, 185170 „ ,, „ 39,86 ,,
1905 5318 „ „ „ „ 238340 „ „ „ 44,82 „
1906 3495 „ „ „ „ 249240 „
1907 4379 „ ,, ,, ,, 320620 ,,
Wenn sich bei diesen Preisen der Anbau lohnt, dann können Kleinkolonisten immerhin ihn in Ost-Afrika kulthderen.
Die Früchte des am Himalaya und in Persien wachsenden Carum nigrum Roylc sollen denen unseres Kümmels sehr ähnlich sehen aber denselben Wanzen- Geschmack wie die von Cuminum haben (Fliickiger). Vielleicht kommen sie gelegentlich auch einmal nach Ostafrika.
10. Curcuma longa L.
Eine dem Ingwer verwandte Pflanze, die auch äußerlich diesem ähnelt, gibt in ihrer Wurzel die als Kurkume bekannte Drogue, Rhizoma curcumac der Droguisten. Das was man als »lange« und »runde« Kurkume bezeichnet, kommt von denselben Rhizomen, je nachdem man die Anhängeknollen oder das Stammrhizom nimmt. Die Engländer nennen die Drogue turmcric. ein Wort, das durch eine Verdrehung von terra merita, terra marita entstanden sein soll. Die Pflanze wird in Südasien heimisch sein, doch ist die genaue Heimat schwer festzustellen, da man sie kaum je wirklich wild gefunden hat. Zwar will Clarke sie in Behar bei Parasnath wild aufgesammelt haben, Lauterbach und Hollrung haben sie in Deutsch Neu-Guinea, Volkens auf den Karolinen in einem anscheinend spontanen Zustand gefunden. Das wahrscheinliche ist, daß die Heimat etwa von Hinterindien bis zum malayischen und papuanischen Archipel war, genau läßt sich das aber nicht nachweisen. Die Kultur derselben ist aber wohl in den beiden indischen Halbinseln entstanden, von wo noch jetzt die größten Mengen der Drogue kommen, sonst noch aus Südchina, wenngleich die Pflanze fast überall in den Tropen in Kultur sein wird.
Die gelben Rhizome werden abgebrüht oder lange gekocht, dann auf Matten getrocknet. Massenweis wird der Artikel von Bombay und Madras, auch Calcutta ausgeführt, etwas noch von Hankow, Formosa und anderen chinesischen Häfen.