Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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schon jetzt nicht ausreichen. Man weiß außerdem über den Nelken-Ertrag auf Mafia noch nichts, während man das Ergebnis der Kokospalmen, die ja allerdings auch sieben Jahre zur Entwickelung brauchen, sicher kennt. Auch ist es unzweifelhaft, daß für Kopra immer genügend Absatz sein wird; ob das für Nelken der Fall ist, ist zweifelhaft. Wie ich oben zeigte, scheint der Nelkenbaum auch auf Zanzibar pro Hektar, keine sehr große Rente zu bringen, jedenfalls weniger als Sisal und Kautschuk, und sein Ertrag ist so sehr großen Schwankungen unterworfen. Dazu kommt, daß Zanzibar und Pemba nachweislich den Weltbedarf von ca. 400000 Frsl. jährlich gut decken. Wird demnach noch mehr erzeugt, so wird der Preis der Nelken wahrscheinlich recht zurückgehen, wenn nicht die Industrie das Nelkenöl in größeren Mengen nötig hat. Ist dies aber der Fall, so können wir dies Ol wahr­scheinlich ebensogut aus den Zimmtblättern hersteilen, die in Usambara gut ge­deihen. Flinen Erfolg von einer Konkurrenz mit Zanzibar und Pemba im Nelken­bau verspreche ich mir nur, wenn die Arbeiterverhältnisse in Zanzibar mit der Zeit durch die jetzt erfolgende gänzliche Ablösung der Sklaverei so schlecht werden, daß eine rentable Nelkenkultur daselbst ausgeschlossen wird, und wenn dadurch das dortige Quantum der Nelkenproduktion so herabsinkt, daß es den Weltbedarf nicht mehr decken kann. Dazu ist aber einstweilen die Aussicht nicht vorhanden, auch ist man in solchem Falle nie sicher, ob nicht andere Gegenden die Nelkenkultur aufnehmen, die sehr günstige Bodenverhältnisse dafür aufweisen. Meines Dafürhaltens hat es deshalb keinen Zweck auf diese Wahrscheinlichkeiten hin in Mafia zur Nelkenkultur anzuregen und einen Konkurrenzkampf zu einzugehen, dessen Ausgang auf schwachen Füßen steht, selbst wenn wir bei uns mit eventuell günstigeren Arbeiterverhältnissen und ohne die Zanzibar Steuer-Abgabe von 25% ihn aufnehmen. Die Hauptsache wird bleiben, daß es in Mafia voraussichtlich sicherer und rentabler sein wird, Kokospalmen oder anderes zu pflanzen.

7. Cinnamomum Cassia Blume und C. zeylanicum Breyne.

Der Zimmt spielt zwar in Ostafrika im Plandel und Pflanzungen eine nur sehr untergeordnete Rolle, aber er ist für die Gesamtgeschichte der Handelsbe­ziehungen des Orients von so großer Wichtigkeit, daß ich ihn hier kurz erwähnen muß. Uber seine Geschichte besteht eine ganze Literatur, über die man sich in den Fachwerken (Flückiger, Köhler u. a.) orientieren kann, besonders zu erwähnen ist aber die ausgezeichnete Arbeit von Schumann (Kritische Unter­suchungen über die Zimmtländer, Perthes, Geograph. Mitt. Erg. Heft, 1883), an deren Resultate ich mich in Folgendem hauptsächlich halte.

Die älteste Erwähnung vom Zimmt findet sich um das Ende des dritten Jahrtausend v. Chr. in ägyptischen Monumenten, wo die Produkte beschrieben wurden, die man aus dem Lande Punt bezog. Unter dem Pharao Sanchkara