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enthält. Daraus gewonnenes Thymol ist in indischen Bazaren unter dem Namen ajwatt-kaphul erhältlich (d. h. »Ajowan-Kampfer«, nicht wie Gildemeister und Hoffmann schreiben, »Blüte des Ajowan»), Die Pflanze scheint in Ostindien heimisch zu sein. Dort heißt sie ajowan, ajwani, jowan, ajamo, juwani, owa, bei den Tamilen arnatt, ontan, ama, den Telegu omami, omamu, im Sanscrit angeblich yamani, ajmodum , bei den Persern ziman, naukhwah, naukhah, in Turke- stan dschiwar-i-Kaschgar, in Abessinien asmuth (Tigrinja). Wahrscheinlich ist es der ammi acthiopikon des Dioscorides.*)
1549 wurde die Saat zuerst von Ägypten aus nach Europa gebracht, später dann wieder vernachlässigt und neuerdings ist sie zur Herstellung des Thymols recht gesucht als Fructus Ajowan.
Die Indier gebrauchen die Samen als Medizin, wohl seltener als Gewürz. Sie sind deshalb vielfach in den Läden in Ostafrika erhältlich.
Ihr Anbau ist zu empfehlen, da der Bedarf offenbar zu steigen scheint, ob die Kultur sich aber rentiert, kann ich nicht sagen.
6. Caryophyllus aromaticus L.
Der Gewürznelkenbaum ist auf ganz beschränktem Gebiet ursprünglich heimisch, nämlich auf den kleinen Inselchen, welche das östliche Gestade von Halmahera (Djilolo) der Molukken umrahmen, also besonders auf Ternate und Tidore (vielleicht noch auf den Philippinen). Da der Baum von den dortigen Eingeborenen ursprünglich nicht viel kultiviert und auch nicht verbreitet wurde, ist es verständlich, daß man erst ziemlich spät dies Gewürz überhaupt und seine Herkunft im besonderen kennen lernte.
Der kleine Baum hat glänzende Blätter, an den Zweigenden bilden sich Rispen von kleinen, purpurroten Blüten, die verkümmerte Blütenblätter und gelbe Staubfäden tragen. Nach der Reife entsteht eine etwa hagebuttengroße dunkelpurpurrote, längliche Frucht. Die Gewürznelken des Handels sind die noch nicht aufgeblühten Blütenknospen in getrocknetem Zustand, ihre Stiele gehen als Nelkenstengel in den Handel, die Früchte (Mutternelken) werden selten verkauft.
Die Nelke ist zuerst bei Plinius erwähnt unter dem Namen garyophyllon. Wahrscheinlich hat Plinius seine Kenntnis darüber aus einem Buch von Juba, dem gelehrten König von Numidien, geschöpft, das dieser für Cajus, den Stiefsohn von Augustus geschrieben hat, und welches Arabien behandelte. Man hat vielfach gezweifelt, ob er tatsächlich unsere Gewürznelke gemeint hat, aber Schumann, der eine ausgezeichnete Arbeit (»Beiträge zur Kenntnis und Etymologie der Gewürznelke«, Jahrb. d. Bot. Gartens III) geschrieben hat, an die ich mich im folgenden halte, nimmt an, daß Plinius nichts anderes vorge- schwebt hat als unser Gewürz, wenn es auch damals noch sehr selten gewesen
0 Sollte das Griechische ammi von dem Tamilen-Wort ama kommen?