Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
225
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wo sie in den Landschaften Mzungwe, Kalinga, Ujenga, Uhafiya, Njallameo und Fuagi gebaut ist, wurde sie nach den Erkundigungen des Hauptmanns Frh. von Wan gen heim aus Ukinga durch den Sultan Kalinga auf einem Kriegszug eingeführt.

Das Rätsel kann vielleicht gelöst werden, wenn man weiß, wie weit und wo die Erbse im portugiesischen Mossambik und im Schiri-Hochland vorkommt. Einstweilen nehme ich an, daß sie von Süden aus durch Portugiesen verbreitet wurde und dann in den Streifen von Hochländern längs der großen Seen nach Norden wanderte, und daß sie in Abessinien von den Jesuiten eingeführt wurde.

Erbsen werden sonst neuerdings für die Bedürfnisse der Europäer bei den Stationen und zu Futterzwecken in Kwai gebaut.

17. Psophophocarpus longepedunculatus Hask.

wird ebenfalls in den Tropen überall gebaut, ihre unbekannte Heimat ist wahr­scheinlich die alte Welt. In Afrika ist sie am Senegal, Calabar, Nupe, Congo, beim Orte Mbwiga (7 0 24/ s. Br.) gefunden, bei uns wird sie stellenweis gebaut. Man ißt die jungen Schoten als Gemüse und auch die Knollen. Busse fand sie 1903 bei Nandpala, in den Vorbergen von Ost-Usambara kennen die Swahili sie als rnteda , die Wanyamwezi nennen sie tangazya, bei den Malayen heißt sie angeblich ketjipir , den Indiern charpatti , chandaree. Die Engländer nennen die Pflanze winged pca , goa-beans , die Franzosen pois carre, cheveaux de frise. Die indischen Namen beziehen sich wohl auf P. tetragonolobus DC. (?).

Es scheint, daß in Ostafrika die Pflanze in der Nähe des Wassers in einer Art von Halbkultur ist, jedenfalls wird sie nicht häufig gebaut und ist vielleicht wild. Nach Balfour soll sie in Mauritius einheimisch, nach Bakers Flora of Mauritius dort subspontan sein.

Es ist eine Dolichus-artige, rankende Bohne, deren etwa einen halben Finger lange Hülsen häutig braun und breit vierflügelig sind.

Es scheint, daß die Art in Afrika, vielleicht auch auf den Maskarenen und in Indien heimisch ist, denn die fünf Arten der Gattung finden sich nach En gl er und Prantl in Asien und Afrika.

18. Trigonelia Foenum-graecum L.

Der Bockshornklee wird selten einmal unter dem Namen uatu , uwatu in Zanzibar angebaut, kommt dort auch von Indien aus auf den Markt. Wohl in Westasien heimisch ward diese Pflanze im Altertum in Südeuropa viel gebaut, besonders in Griechenland. Die Kultur ist in Europa aber so gut wie aufgegeben, dagegen wird sie im Orient heute noch betrieben. In Indien heißt sie methi , mathi, in Persien shemlit, shan-balid , auf arabisch helbeh , hulbah, in Marokko hclba , in Algier bei den Arabern bcrsimc , Jiaska, kefis , ncfcl, hcnlba, dort bei den Tuareg tikfist, in Abessinien auf Amhari abiod, auf Tigrinja abage, abakhc.

Stuhl mann, Beiträge zur Kulturgeschichte von Ostafrika. 15