Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Diese Bohne kommt verschiedentlich in Ostafrika vor, genau kann ich aber ihr Verbreitungsgebiet nicht angeben, da in den Berichten zu oft Verwechse­lungen mit anderen Bohnen, besonders mit Ph. vulgaris und Vigna sinensis Vorkommen. Ich glaube aber, daß sie im Zwischenseengebiet recht häufig ist und auch von mir in einigen Wakondjo-Dörfern westlich vom Semliki beobachtet wurde. Aber auch ich habe offenbar damals oft die Arten verwechselt. Sie kommt nach Olivers Flora von Afrika auch in Fernando Po, Sierra Leone, Unter- Guinea und am Niassa vor. An der Küste hier erinnere ich mich nicht, sie ge­sehen zu haben.

Bei den Wadigo und Wäbondei wird sie magobe , bei den Wahiyao mandale, bei Kilwa mandare , in Usambara kiguena , in Unyoro unverango , bei Bukoba kassori, bei den Kikuyü nsabi genannt. Nach Emin werden sie auf dem Markt in Unyoro mit dem abweichenden Namen btume bezeichnet.

Ich habe noch einige Namen von Phaseolus in der Literatur gefunden, weiß aber nicht, ob sie sich auf Ph. lunatus oder Ph. vulgaris beziehen: bei den Lur ugori , den Madi ossb, den Waganda binyanyaro , den Massai sigorioi.

Diese Bohne wird auch in Indien gebaut, ist dort aber unzweifelhaft eine neue Einführung, sie hat keinen Sanscrit-Namen, die heutigen Indier nennen sie entweder wie die meisten Bohnen lobiya , oder kursumbulla-pullic , bunbur-butti.

Alle Botaniker sind sich darüber einig, daß diese Bohne amerikanischen Ursprungs ist, am Amazonas und in Zentralbrasilien sind wilde Exemplare ge­funden, ebenso in den alten Gräbern von Ancona, so daß man mit großer Sicher­heit Brasilien als ihre Heimat betrachten kann. Ebenso wahrscheinlich ist, daß sie mit den Sklavenschiffen nach Guinea gebracht wurde und von der Westküste aus ihre Wanderung durch den Kontinent antrat. Vielleicht haben auch die Portu­giesen sie nach Mossambik und Indien gebracht.

Einige Varietäten dieser Bohne sind giftig.

14. Phaseolus Mungo L.

Die Mung-Bohne ist eine indische Pflanze, die für unser Gebiet anscheinend eine nicht sehr alte Einführung ist. Sie wird im Küstengebiet und im Innern bis zum Viktoria See angebaut, aber ihres Wärmebedürfnisses wegen nicht in höheren, kühleren Lagen. Sie kommt auch in Uganda, Unyoro, in der oberen Nilregion, sowie im Süden bei Wahiyao und Wamakuwa vor.

An der Küste werden diese heutzutage auch viel von Indien eingeführten Bohnen djiroko , chiroko , chirokko , chooko genannt, woraus die Wamakuwa holoko machen. Die Wadigo sagen pojo , die Washamba postue , die Wadoe poso, die Wagogo mpossa, mhodso , die Wanyoro ntoyo , ntogo, die Waganda pocha, die Leute bei Wiedhafen mbocho, die Wasagara mhoso, mpozo , die Wakami si/i, die Wahiyao mbezu , die Wasukuma ruduru , bei Mkalama-Irangi dum , die Wanyamwezi ndulu, kaffuta, soloko, in Ujiji-Uha kafuto , die Walombo kabaa , die Lur ngohr.