218
10. Mucuria melanocarpa Höchst.
Eine zu dieser Pflanze gehörige oder ihr nahe verwandte Bohne sammelte Busse beim Dorfe Namguru, wo sie kultiviert war. Ich erhielt sie 1907 unter dem Namen upupu aus Kilwa. Die kurze, beiderseits zugespitzte Hülse ist etwas geschweift, hat zwei Seiten kielartige Flügel und feine Brennhaare. Die Samen sind hellgrau mit dickem weißen Nabel. Die Kultur scheint selten zu sein, bisher nur aus dem Süden der Kolonie bekannt.
Andere Arten dieser Gattung, z. B. M. pruriens sind die gefürchteten Brenn-Bohnen, deren Haare ein unerträgliches Jucken verursachen. Eine Art M. utilis wird als Viehfutter gebaut, sie soll dem Boden durch Bakterienknollen viel Stickstoff zuführen, so in Reunion. Nach Busse’s Angabe ward sie in Zanzibar bei Dunga unter dem Namen Velvet Bcan als Futter gebaut.
11. Pachyrrhizus bulbosus Brit.
(P. angulatus Rick.) Die Yambohne wird jetzt in den Tropen der alten und neuen Welt kultiviert, ihre Heimat ist nicht bekannt. Nach Olliver’s Flora kommt sie in Ober-Guinea, am weißen Nil, in Abessinien und bei den Madi vor, er schreibt aber nicht ob wild. 'Über den Anbau in Ostafrika ist bislang nichts bekannt. Nicht nur die Bohnen sind genießbar, sondern auch die Knollen bilden eine sehr nahrhafte Speise, so daß ihre Einführung recht wünschenswert wäre. Auf den Fiji-Inseln wird sie Yaka, wayaka genannt, in Indien san- kalu , in Abessinien kharreg (Tigrinja), sererö (Tigre).
12. Phaseolus aconitifolius Jacq.
Die aconitblättrige Bohne wird anscheinend in Ostafrika noch nicht wie in anderen Gegenden Afrikas und in Indien gebaut. Sie kommt in Indien vom Himalaya bis Ceylon wild vor und wird hauptsächlich zu Futterzwecken gebaut, da man ihre Samen nicht als Nahrung schätzt. Sie heißt auf Sanscrit bassunta, vasmita, makashtaka, in den heutigen indischen Sprachen mout, moth.
13. Phaseolus lunatus L.
Die Lima-Bohne, Duffin-Bohne oder Mondbohne hat ein stark schlingendes Kraut und bis 9 cm lange, 1 V2—2V2 cm breite und stark halbmondförmig gebogene Hülsen, die flach, kahl und nur kurz geschnäbelt sind, sie enthalten zwei bis sechs platte, ovale bis zu 2 cm große Bohnen, deren Nabel klein und oft eingezogen ist. Die Farbe der Samen ist sehr variabel. Hier in der Sammlung von Amani haben wir rein weiße, gelbweiße, rein gelbbraune, hellrötlichbraune und braune, die dicht schwarzviolet gesprenkelt sind, und schwarze. Dazu kämen die von Holst angegeben: intensiv violett, schwarz und weiß gestreift, rundliche schwarze, schwarz und rot gefleckte und endlich schwarz, grau und braun gefleckte. Im Semliki-Tal sah ich kirschrote mit weißem Nabel. Wie weit diese Varietäten konstant sind, kann nur durch Kulturversuche festgestellt werden.