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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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2800 v. Chr. Von da kam sie offenbar nach dem Sunda-Archipel und nach Indien, wo sie jetzt massenhaft gebaut wird und auch oft verwildert. Man nennt sie dort bhat, ram, kurthi.

In Ostafrika ist sie bisher noch nicht gebaut, die Kulturversuche in Amani und an anderen Stellen sind einstweilen mißglückt, obgleich wir die Bete mit japa­nischer Erde impften, um die richtigen Wurzelbakterien zu bekommen. Die Er­träge waren sehr klein. Die Versuche werden jetzt mit anderer Saat wiederholt.

Die verwandte Gl. javanica L. ist in Afrika wild, in Abessinien, Kordo- fun, Bahr-el-Gazal, Zanzibar, Usagara, Usambara, Kilimandjaro, Seengebiet, Niassa- land, Natal, Kamerun, Gabun, Loango, Angola, Benguela. Sie wird offenbar nicht benützt.

8. Lathyrus sativus L.

Die weiße Platterbse stammt wahrscheinlich aus Westasien und verbreitete sich von da in sehr alter Zeit nach Südeuropa, wo die Griechen sie als lathyros. die Lateiner als ciccrcula anbauten.' Auch nach Indien ward sie gebracht, wo sie angebaut und im Norden überall verwildert ist. Sie heißt dort khessari, kcssur, auf Persisch masang. In Abessinien wird sie ebenfalls kultiviert unter dem Namen sobb'eure, sabare, seppcre, sebbcrc, atcr-shimbera. Da sie in Angola mit Erfolg angebaut wird, ist dies vielleicht auch für uns zu erhoffen, als ein wertvolles Viehfutter.

9. Lens esculenta Mnch.

Die Linse ist ebenfalls eine nordische Pflanze, die im wilden Zustand nicht bekannt ist. Schon in vorhistorischer Zeit wurde sie im Mittelmeergebiet, im Orient und sogar in der Schweiz angebaut, wo man ihre Reste in den Pfahl­bauten des Bieler Sees fand. Im alten Testament ist sie als adaschim bekannt (Esaus Linsengericht!), und noch heute ist der Name in Ägypten ads, adas, bei den Berbern adcs. In vorhistorischer Zeit ist sie auch nach dem Süden gekommen. Die alten Perser nannten sie mangu, margu, die heutigen Perser mirjumak oder auch adas. Im Sanscrit hieß sie uiasura, rcnuka. mangalaya, und heute in Indien musur, motri usw. Von Indien wird ihre geschälte rote Saat nach Zanzibar und der Küste importiert. Auch in Ägypten wird sie geschält gegessen, nicht wie bei uns. Dasselbe war offenbar im Altertum der Fall, denn Esaus Linsenge­richt war »rot«.

Soweit mir bekannt, wird sie in Afrika nur in Abessinien angebaut als birsin, berssem (Tigre), adcs, misscr (Amhar), manssir, birssin (Soho). Die Notiz in Tauberts Bearbeitung der Hülsenfrüchte Ostafrikas in der »Pflanzenwelt«, wonach Prof. Volke ns ihm mitgeteilt habe, daß die Linse seit der Jesuitenzeit im Nyassa-Land, also bei Langenburg, angebaut wird, muß wohl eine Verwechse­lung mit der Erbse sein. Auch habe ich dort nie von einer Jesuitenzeit gehört.