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in Karagwe und Unyoro guinguczo oder maharagwc (ob dort nicht so Ph. vulgaris bezeichnet wird, bleibt festzustellen). Die Bezeichnung kassori in Bukoba ist mir auch nicht ganz sicher. Die Bilin sagen gerenga.
Ob die von Holst aus Usambara angegebenen vier Farbenvarietäten: kivuli für rehbraun, kibeju für kleine rotbraune, ngala für weiße und puiri konstant sind, müssen spätere Kulturversuche zeigen. Vielleicht sind das vielfach auch nur, wie oft bei HoIst, in die Eingeborenen hineingefragte Phantasienamen. Der Wirtschaftsinspektor Christen in Wilhelmstal konnte nur den Namen ngwala für eine braunsamige Varietät mit kurzer Schote, an der sich Öltropfen bilden, feststellen. Sonst kennt man immer braune, weiße und rote Samen durcheinander, die aber sicher konstante Varietäten sind.
Der mindestens 3000 Jahre alte Anbau in Indien, der vielleicht in die Zeit vor der arischen Einwanderung zurückreicht, die dortige sehr verbreitete Kultur in Verbindung mit dem wilden Vorkommen in Bengalen, und andererseits die nicht sehr ausgiebige Kultur in Ostafrika läßt Indien als wahrscheinliche Heimat dieser Bohne erscheinen, die vor langer Zeit, wahrscheinlich durch die persischen Kolonisten hier eingeführt wurde. Die Perser haben allerdings ihr Wort für die Bohne nicht hier hergebracht, sie nennen sie lubiah, Inbia, ein Ausdruck der auf viele Hülsenfrüchte dort angewendet zu werden scheint und den die persischen Eroberer auch in Nordindien für diese und andere Bohnenarten einführten; besonders wird Vigna sinensis so genannt.
Ob die Perser und verwandte Völker dies Wort lubiah von den Griechen (lobos), wie De Candolle meint, oder umgekehrt erhielten, ist zweifelhaft.
(P. S.) Beiläufig möchte ich noch auf das Wort simbi, sim hinweisen, das heute noch in den N.-W.-Provinzen von Indien für unsere Bohne gebräuchlich ist und aus dem Sanscrit stammt. Die Kauri-Muscheln werden nun in Uganda, Unyoro, Ruanda,*) Bukoba, meist auch an der Küste simbi genannt, und Dapper schreibt schon im Jahr 1670, daß die Portugiesen bei ihren Fahrten in Westafrika dort »simbos« genannte kleine Muscheln als Geld vorfanden, die ja sicher aus dem indischen Ozean stammten. Daß die Kauri in der Urzeit sehr weit gehandelt wurden, wissen wir aus den prähistorischen Funden aus dem Mittelmeergebiet und aus dem Norden. Sollte es ein Zufall sein, daß die oft auch weißen Bohnen und die weißen Muscheln des indischen Gebiets mit einem Namen bezeichnet wurden? Vielleicht interessiert sich jemand für diese Frage, dem die Literatur zur Verfügung steht und der auch die verschiedenen Namen für die Kauri verfolgen kann. Ich komme darauf noch einmal bei Besprechung der Kauri zurück.
7. Glycine hispida Makm.
(G. soya L.) Die Soya-Bohne ist wahrscheinlich in Ostasien heimisch und dort schon seit undenklichen Zeiten kultiviert, in China wahrscheinlich schon
*) Der Vulkan Kari-simbi soll vielleicht wegen der weißen Schneehaube nach den simbi- Kauri genannt sein? (Kandt.)