214
3. Cicer arietinum L.
Die Kichererbse ist eine sicher in nördlicheren Gegenden heimische Pflanze, die man zwar wild nicht kennt, die aber wahrscheinlich aus den Ländern zwischen dem Süden des Kaukasus und Nordpersien stammt. Von da ist sie in grauester Vorzeit, wohl mit dem Kulturstrom der Arier, nach Nordwesten gegangen. Den Griechen war sie als ercbinthos oder knos, den Römern später als cicer ein wichtiges Nahrungsmittel. In Ägypten war sie sicher seit Beginn unserer Zeitrechnung, wahrscheinlich früher angebaut, die Juden scheinen sie nicht gekannt zu haben. Bei den Arabern heißt sie humus, ommos (ebenso in Marokko), ein wohl neuer Name, der auch für andere Hülsenfrüchte (Erbse) gebraucht wird, in Algier sagt man auch djelbana. Mit dem arischen Kulturstrom kam sie auch sehr früh nach Indien. Im Sanscrit heißt sie cJicnnuka und in den modernen indischen Sprachen chenna, chanä, chola usw., im persischen nukhud, in Abessinien chimbera, bei den Tigrinern dort ater-qidjeh, den Saho atir. Wie sie in Angola heißt, weiß ich nicht.
In Indien wird sie heute in sehr großem Umfang gebaut, die Engländer nennen sie dort gram, was vielleicht von dem portugiesischen Wort für Korn (graö) kommen mag.
Die Anbauversuche in Amani sind fehl geschlagen, entweder ist das Klima ungeeignet, oder die betreffenden Wurzelbakterien fehlen oder ein Pilz beziehungsweise die weißen Wurzelläuse traten als Schädlinge auf; die Pflanzen blühten, aber setzten keinen Samen an. In Kondoa-Irangi sind die Anbauversuche neuerdings von Erfolg gewesen. Die unter dem Namen ndosi in Ungoni (Bezirk Songea) gebaute Pflanze ist nicht Cicer, sondern Pisum sativum. Nach Zanzibar und unserer Küste werden große Mengen von Kichererbsen, meist in geschältem Zustand aus Indien unter dem Namen dengu gebracht. Woher diese Bezeichnung kommt, weiß ich nicht, vermute, daß sie aus einem indischen Dialekt verdreht ist. Es sind kleine, meist blaß gelbrote geschälte und zersplitterte »Linsen«, die ein beliebtes Pferdefutter sind, aber auch von den Menschen gekocht gegessen werden.
4. Cyamopsis tetragonoloba Taub.
Diese in Vorderindien angebaute Hülsenfrucht, deren Hülsen als Gemüse gegessen werden, deren Samen arme Leute dort geröstet essen und die sonst als Futter dient, ist in Zanzibar beobachtet worden, doch ist ihre Kultur so selten, daß ich mich nicht erinnern kann, sie gesehen zu haben. Einen Namen habe ich nicht erfahren können!
5 . Dolichos biflorus L.
Die Pferdebohne, Horse Gram der Engländer, wird in Ostafrika meines Wissens noch nicht gebaut. Sie und die nahe verwandte D. uniflorus Lam. kommen aber wild oder verwildert in Afrika vor, in Abessinien, Mossambik,